Geschlechtergerechte Berufungsbedingungen

Mit Blick auf das Ziel, die Beuth Hochschule zu einer geschlechtergerechten Organisation zu entwickeln, arbeitet das BCP geförderte Projekt „Place to be-Strategie“/Geschlechtergerechte Berufungs­bedingungen daran, Fachkulturen für Frauen weiter zu öffnen, sowie langfristige fachspezifische Berufungsstrategien zur Gewinnung von MINT-Professorinnen zu planen.

Online-Befragung

Eine Online-Befragung zeigt, dass eine Professur insbesondere für Frauen ein „place to be“ ist und welche Möglichkeiten es gibt, mehr Frauen für die Beuth zu gewinnen. Von 304 eingeladenen Professorinnen und Professoren haben 96 den Onlinefragebogen ausgefüllt. Darunter waren 21 Professorinnen und 67 Professoren - einige der Befragten gaben kein Geschlecht an. Hier nochmal der Fragebogen zum Nachlesen:

Organisationsklima-Analyse, durchgeführt vom 26.06. bis 13.07.2017

Detaillierten Ergebnisse

Professorinnen und Professoren waren sich bis auf wenige Ausnahmen einig. Sie schätzen die freie Gestaltung ihres Arbeitsalltages. Lehrende ziehen ihre Zufriedenheit daraus, eine sinnhafte, gesellschaftsrelevante Tätigkeit auszuüben und ihr Wissen an junge Menschen weiter zu geben. Grundsätzlich und geschlechterübergreifend fühlen sich die Profs an der Beuth Hochschule respektvoll behandelt, von ihren Vorgesetzten, von Studierenden oder Kollegen. Sie fühlen sich integriert, im Fachbereich und an der Hochschule.Die geschlechterspezifischen  Unterschiede: 

Professoren wurden vermehrt zur Bewerbung aufgefordert, also direkt angeworben. Professorinnen hingegen waren zum größeren Teil zuvor Lehrbeauftragte. Beuth-Professorinnen sind wesentlich forschungsinteressierter als ihre männlichen Kollegen: Mehr als der doppelte prozentuale Anteil gab in der Umfrage an aufgrund ihrer Forschungsaktivitäten an die Beuth Hochschule gekommen zu sein. 

An der Beuth Hochschule insgesamt haben wir 105 aktive Forscher*innen, davon 29 Frauen und 76 Männer. Wenn man das Verhältnis auf die Anzahl der Professoren (230 männlich und 60 weiblich) überträgt, heißt dass, 48,3% der Professorinnen bzw.29,2% der Professoren sind forschungsaktiv.

Für die befragten Professorinnen ist es wichtiger bei der Kinderbetreuung, Pflege, den sogenannten Care-Aufgaben unterstützt, zu werden, wird der Großteil der Arbeit doch immer noch (unentgeltlich) von Frauen erledigt. Obwohl die Beuth-Professorinnen deswegen auf berufliche Aktivitäten verzichten mussten, haben sie nicht das Gefühl,  ihre Karriere verlangsamt zu haben. Sie arbeiten stärker in der akademischen  Selbstverwaltung mit und planen dies auch zukünftig zu tun. Und sie werden häufiger um Rat gefragt und  fühlen sich wertgeschätzter.

Für die aktive Akquise gilt: Frauen werben Frauen. Männer geben an weniger aktiv zu sein, wenn es um die Anwerbung neuer Kolleginnen geht.

Womit sind Lehrende unzufrieden, das zeigt dieses Ankerzitat:

Die Hochschule erscheint mir häufig wie eine vor allem mit sich selbst beschäftigte Verwaltungsbehörde, nicht wie eine auf Lehre und Forschung ausgerichtete Bildungsinstitution. Administrative [...] Prozesse erfordern einen hohen Zeitaufwand."

Generell sind die Professoren und Professorinnen an der Beuth aber zufrieden. Die befragten Professorinnen würden die Hochschule jedoch noch häufiger empfehlen, als ihre männlichen Kollegen.

Kursformat für Berufungskommissionen

Das bereits erprobte Kursformat „Erfolgreich in Berufungskommissionen“ wird fortlaufend überarbeitet und weiterentwickelt. Dabei liegt der Schwerpunkt darauf, Gefahren eines Gender Bias in den verschiedenen Prozessschritten des Auswahlverfahrens zu konkretisieren.

www.beuth-hochschule.de/weiterbildungsseminare

Schulungsreihe für Bewerberinnen

Eine Schulungsreihe für Bewerberinnen wurde entworfen und durchgeführt. Der Pilot zum Thema „Auftritt im Bewerbungsgepräch“ wurde positiv evaluiert.  Der nächste Termin wird im November 2018 stattfinden.

www.beuth-hochschule.de/4058