GuD Sichtbar!

Worum geht es?

GuD Sichtbar! (Gender und Diversity Sichtbar!) ist ein Projekt des Gender- und Technik-Zentrums und hat die Aufgabe eine Diversity-Strategie zu entwickeln, die alle Hochschulmitglieder auf allen Ebenen anspricht. Ziel ist es, der Vielfalt der Mitglieder der Hochschule mit Offenheit, Toleranz und Empathie zu begegnen und ein diskriminierungsarmes Studien-, Lehr- und Arbeitsumfeld zu ermöglichen. Finanziert wird das Projekt durch die Berliner Qualitäts- und Innovationsoffensive.

Was bedeutet "Gender"?

Gender bedeutet aus dem Englischen übersetzt „soziales Geschlecht“.

Sozial meint gesellschaftlich erwachsen und damit auch veränderbar. Es beschreibt Normen und Regeln nach denen sich Menschen in der westlichen Gesellschaft richten, ihr Zusammenleben gestalten und den Zustand, den man mit oft mit den Worten „das ist doch normal!“ umschreibt. So richtet sich eine westliche Gesellschaft nach einer Regel, in der es zwei Geschlechter gibt. Sobald diese Regel verletzt oder hinterfragt wird, löst das Irritationen und Unbehagen aus. Oftmals folgt aus jenen Gefühlen der Verunsicherung heraus eine Diskriminierung, also die Benachteiligung von Menschen.

Darüber hinaus hinterfragt Gender nicht nur Regeln in Bezug auf Geschlecht, sondern auch daraus resultierende Macht- und Herrschaftsverhältnisse. Also wie sind Chancen und Ressourcen verteilt? Wer trifft wichtige Entscheidungen und welche Auswirkungen hat das auf verschiedene Lebensweisen?

Zum Weiterlesen:

https://gender-glossar.de/glossar/item/80-doing-gender

Was bedeutet "Diversity"?

„Diversity“ wird meist als Vielfalt übersetzt. Im Laufe der Zeit hat sich durchgesetzt, auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Personen und Personengruppen zu blicken. Dabei werden verschiedene Dimensionierungen wie Geschlecht, ethnische und soziale Herkunft, sexuelle Orientierung, Religion und Weltanschauung, Alter und körperliche sowie geistige Kapazitäten aber auch Schönheitsideale, der soziale Status, Staatsbürger*innenschaft und viele weitere in den Blick genommen. Entlang dieser Dimensionierungen verteilen sich gesellschaftliche Chancen, werden Menschen bewertet, eingeordnet und stereotypisiert. Der Fokus liegt nicht auf Diversity als individuelles Merkmal von Personen, sondern darauf, welche Vorstellungen sie in unserem Denken hervorrufen. Also wie Menschen aufgewachsen sind, wie sie denken, wie sie handeln, wie Erwartungen ihnen gegenüber sind und in welche „Schubladen sie gepackt“ werden.

Was bedeutet "Sichtbarkeit"?

Ungleiche Ausgangschancen, Barrieren und Diskriminierungsstrukturen sind oftmals unsichtbar. Sie sind im Laufe der Zeit entstanden, da nicht alle Menschen gleichermaßen an Entscheidungsprozssen mitwirken konnten oder bewusst ausgeschlossen wurden. Der Fokus auf Sichtbarkeit soll Räume schaffen, in denen marginalisierte Gruppen Gehör finden. Hierzu gehört ebenfalls, dass Menschen in Entscheidungs- und Führungspositionen sich mit ihrem eigenen Profil auseinandersetzen, Privilegien erkennen, Stereotype vermeiden und ihre Stellung aktiv für ein faires Miteinander nutzen.

 

In der Projektumsetzung geht es darum, sich stets vor Augen zu führen, welche Maßnahmen sprechen welche Menschen in welcher Weise an und nicht an. Aus dieser Fragen-Trias (Was? Wen? Wie?) ergibt sich die Leitlinie, die das Projekt in seiner Umsetzung, Selbstreflexion und in seinem intersektionalen Anspruch begleitet. Gleichzeitig müssen Maßnahmen handhabbar und niederschwellig umzusetzen sein, was eine Reduktion des Anspruches „alle Menschen mitzunehmen“ mit sich bringt. Daher gilt es, dieses Spannungsfeld zu bearbeiten, kritikfähig und privilegienbewusst zu agieren, um dem der Zielsetzung des Projektes Schritt-für-Schritt näherzukommen.