Promotion für FH-Absolventinnen

Promotion und Hochschulkarriere für Beuth-Studentinnen und -Absolventinnen

Sie sind Studentin oder Absolventin der Beuth Hochschule und sind an einer Promotion und einer Hochschulkarriere interessiert? Dann finden Sie hier erste Informationen:

Was ist eine Promotion?

Mit einer Promotion wird der höchste akademische Grad als Doktor bzw. Doktorin verliehen und die Befähigung zum selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten nachgewiesen. Die Promotion besteht aus zwei Teilen: einer schriftlichen Doktorarbeit („Dissertation“) und einer mündlichen Verteidigung oder Prüfung („Disputation“ oder „Rigorosum“). Die Doktorarbeit dient dazu, sich mit einer Forschungsfrage aus einem Fachgebiet auseinander zu setzen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Der Doktortitel wird nach dem erfolgreichen Abschluss der Promotion und der Veröffentlichung der Doktorarbeit verliehen.

Es gibt zwei Wege zu promovieren: die individuelle Promotion und die Promotion in einem strukturierten Promotionsprogramm.

Welche Voraussetzungen gibt es, um als FH-Absolventin zu promovieren?

Auch als FH-Absolventin ist es möglich zu promovieren. Die Bedingungen dafür sind in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Bis auf einzelne Ausnahmen in Hessen haben in Deutschland ausschließlich Universitäten das Promotionsrecht, also das Recht, die Doktorwürde zu verleihen.

Die genauen Voraussetzungen und Anforderungen für eine Promotion sind in der Promotionsordnung der jeweiligen Fakultät der Universität, an der promoviert wird, festgelegt. Sie können sich nach Fach und Universität unterscheiden und legen fest, ob es für Absolventinnen von Fachhochschulen zusätzliche Auflagen gibt. Auflagen können z. B. der Besuch bestimmter Seminare mit Leistungsnachweisen bzw. das zusätzliche Erbringen bestimmter Credits sein. Deshalb ist es hilfreich, sich diese Promotionsordnung anzusehen und mit der anvisierten Doktormutter bzw. dem anvisierten Doktorvater zu besprechen.

Üblicherweise muss für eine Zulassung zur Promotion eine „überdurchschnittliche Befähigung zum wissenschaftlichen Arbeiten“ nachgewiesen werden durch einen überdurchschnittlichen Abschluss des Master-, Magister- oder Diplomstudiums. Allerdings spielt hier auch die Einschätzung einer Doktormutter bzw. eines Doktorvaters eine Rolle: Zusammen mit einer überzeugten Doktormutter bzw. einem überzeugten Doktorvater kann mitunter auch bei einem etwas schlechteren Abschluss durch das Erfüllen weiterer Auflagen eine Zulassung zu einer Promotion erwirkt werden. Die Auflagen werden vom Fakultätsrat der Universität, an der promoviert werden soll und der den Promotionsantrag prüft, festgelegt.

Die individuelle Promotion

Bei einer individuellen Promotion wird die Doktorarbeit in Eigenregie geschrieben. Dabei wird die Promovendin von einer selbstgewählten Doktormutter/einem Doktorvater des jeweiligen Fachbereiches betreut, mit dem das Thema und das Verfahren im Vorfeld abgestimmt werden muss.

Als erster Schritt zu einer individuellen Promotion muss die betreuende Doktormutter bzw. der Doktorvater selbständig gefunden werden – falls nicht von Seiten einer Hochschullehrerin/eines Hochschullehrers ein Angebot zur Promotion kam. Hier macht es Sinn, sich folgende Fragen vorher zu überlegen:

  • Welche Idee oder Ideen habe ich, was das Themengebiet für die Promotion angeht? Was möchte ich erforschen? Was ist interessant genug, damit ich mich länger damit beschäftigen kann und will?
  • Wen kenne ich noch aus dem Studium, von der Abschlussarbeit, von der Tätigkeit als studentische Hilfskraft? Mit wem kam ich gut klar? Wer davon kennt sich in dem Themengebiet aus und forscht dazu?

So vorbereitet, kann eine Professorin/ein Professor angesprochen werden – als Erstkontakt, um „vorzufühlen“, was sie/er zu der Promotionsabsicht sagt und ob und welche Unterstützung sie/er dabei leisten kann. Es ist angemessen, dies in einem persönlichen Gespräch zu tun und nicht nur eine E-Mail zu schreiben. Hier kann ggf. auch das Promotionsthema konkretisiert werden und es können Betreuungsmodalitäten besprochen werden. Bei der Auswahl der Betreuerin/des Betreuers ist es sinnvoll, sowohl fachliche als auch persönliche Aspekte zu berücksichtigen. Nicht umsonst heißt es Doktor- „mutter“ bzw. „vater“.

Auch wenn die kontaktierte Professorin bzw. der Professor selbst nicht als Betreuende fungieren können: Professorinnen und Professoren haben in der Regel Kontakte in die wissenschaftliche Community, kennen also in der Regel andere Professor/innen, die als Doktormutter/Doktorvater in Betracht kommen. Auch haben Fachhochschulprofesssor/innen häufig Kontakte zu Universitäten und Universitätsprofessor/innen, was für eine Promotion unerlässlich ist. Als FH-Absolventin besteht die Möglichkeit, eine kooperative Promotion zu machen: Dabei kooperieren eine Fachhochschule und eine Universität miteinander. Von den zwei Betreuer/innen, die auch als Begutachter für eine Promotion nötig sind, muss mindestens eine/r ein/e Professor/in von einer Universität sein.

Um die weiteren Schritte zu gehen, wie den Promotionsausschuss zu kontaktieren und den formellen Promotionsantrag zu stellen, ist es dann in der Regel erforderlich, ein Exposé zu verfassen, in dem das Promotionsvorhaben inhaltlich und methodisch erläutert wird. Dazu ist im Vorfeld einiges an Recherchearbeit zu tun, denn der aktuelle Forschungsstand im gewählten Themengebiet muss bekannt sein und die Promotion soll einen neuen und möglichst innovativen Forschungsbeitrag leisten.

Eine weitere Form der individuellen Promotion ist die kumulative Promotion. Sie wird auch als Sammeldissertation bezeichnet. Bei ihr müssen mehrere Fachartikel einzeln, z.B. in Fachzeitschriften, veröffentlicht werden. Als Dissertation müssen diese Artikel zusammengenommen und mit einem rahmenden Text eingereicht werden. Die Artikel müssen sich auf eine übergeordnete Forschungsfrage beziehen. Eine kumulative Promotion muss im Vorfeld mit der Doktormutter bzw. -vater und dem Fachbereich der Universität, an der promoviert wird, abgestimmt sein.

Die Promotion in einem strukturierten Promotionsprogramm

Auch im Rahmen eines Graduierten- oder Promotionskollegs oder einer Graduiertenschule kann promoviert werden. Die Plätze in diesen Promotionsprogrammen werden öffentlich ausgeschrieben und bieten ein Stipendium oder eine (Teilzeit-)Arbeitsstelle als Nachwuchswissenschaftlerin – womit auch schon die Finanzierung gesichert ist! Das Thema der Promotion muss zur übergeordneten Fragestellung des Promotionsprogramms passen bzw. daran angepasst werden. Den Promovierenden im Programm stehen mehrere Betreuerinnen bzw. Betreuer zur Verfügung.

An einer FH promovieren: Die Kooperative Promotion

Bei einer kooperativen Promotion kooperieren eine Fachhochschule und Universität bzw. ihre jeweiligen Fachbereiche oder Professor/innen miteinander. Für jede Promotion sind zwei professorale Betreuer/innen erforderlich.

Bei der kooperativen Promotion wird das Erstgutachten von einem Professor oder einer Professorin der Universität erstellt und das Zweitgutachten von einem Professor oder einer Professorin einer Fachhochschule. Die Betreuung erfolgt nach individueller Absprache. Dabei ist auch möglich, dass die Promovendin ihre Forschung in den Laboren der Fachhochschule macht oder in einem Forschungsprojekt der Fachhochschule eine bezahlte Promotionsstelle hat. Formal läuft das Promotionsverfahren am Fachbereich der Universität, die den Doktortitel verleiht.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten für eine individuelle Promotion gibt es?

Es gibt unterschiedliche Wege und Möglichkeiten für die Finanzierung einer individuellen Promotion:

  • Durch Förderung mit einem zeitlich befristeten Promotionsstipendium
  • Über eine befristete Arbeitsstelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fachhochschule oder an der Universität in einem Forschungsprojekt mit Bezug zum Promotionsthema
  • In Verbindung mit einem konkreten Forschungsprojekt in der Industrie oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung
  • Über eine (Teilzeit-)Berufstätigkeit ohne Bezug zum Promotionsthema

Für Promotionsstipendien gibt es je nach Stipendiengeber/in sehr unterschiedliche Voraussetzungen. Eine gute Quelle über Stipendien in unterschiedlichen Lebenslagen bietet www.mystipendium.de. Auch die Beuth Hochschule bietet kurze Promotionsstipendien, die ideal für den Einstieg oder Abschluss einer Promotion sind (s. u.).

Während bei der Förderung durch ein Stipendium eine größere individuelle Freiheit bezüglich des Promotionsthemas und der Art der Bearbeitung besteht, bietet die Finanzierungen über eine Arbeitstätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Möglichkeit, direkt in die Arbeit an einer Hochschule bzw. einem Lehrstuhl eingebunden zu sein, meist mehr Austausch mit der betreuenden Professorin bzw. dem Professor und Kolleg/innen, die auch promovieren sowie gute Kontakte in die wissenschaftliche Community. Zudem können auf den vielen Promotionsstellen Erfahrungen in der Hochschullehre gesammelt werden, was für eine Hochschulkarriere wichtig ist.

Bei einer unternehmensnahen Promotion müssen wissenschaftliche und wirtschaftliche Interessen zusammen gebracht werden, es kann anwendungsorientiert gearbeitet werden und es bieten sich in der Regel gute Kontakte für eine berufliche Karriere.

Eine Berufstätigkeit ohne Bezug zum Promotionsthema bietet zwar in der Regel größere Freiheiten, aber weniger Zeit, sich mit der Promotion zu befassen. Hier sollte genau überlegt werden, ob die Promotion dann noch in einem zeitlich überschaubaren Rahmen zu leisten ist.

Wird im Rahmen eines strukturierten Promotionsverfahren promoviert, ist die Finanzierung über eine Promotionsstelle oder ein Stipendium (befristet) gesichert.

Welche Möglichkeiten zu promovieren bietet die Beuth Hochschule?

An der Beuth Hochschule kann im Rahmen von kooperativen Promotionsverfahren (s. o.) promoviert werden.

Zur Förderung von kooperativen Promotionen vergibt die Beuth Hochschule zweimal jährlich Promotionsstipendien an hochqualifizierte Absolvent/innen für die Vorbereitung bzw. die Zwischen- und Abschlussfinanzierung von Promotionsvorhaben. Die Stipendien haben eine Höhe von 1.250 Euro monatlich und werden zunächst für 12 Monate vergeben. Eine einmalige Verlängerung eines Stipendiums um weitere 6 Monate ist auf Antrag möglich.

Für 2018 ist geplant, Promotionsstellen für wissenschaftliche Mitarbeiter/innen in Forschungsprojekten der Beuth Hochschule auszuschreiben. Nähere Informationen dazu folgen in Kürze.

Promotionsberatung für Studentinnen und Absolventinnen der Beuth Hochschule

Das Projekt „Hochschulkarriere für FH-Studentinnen“ bietet im Rahmen des Berliner Chancengleichheitsprogramms (BCP) eine Beratung für promotionsinteressierte Studentinnen und Absolventinnen der Beuth Hochschule an.

Für Fragen und Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an Martina Dömling, Gender- und Technik-Zentrum (GuTZ): mdoemling[at]beuth-hochschule.de, Tel. 030 4504-2840.

Welche Qualifikationen sind für eine Hochschulkarriere als FH-Professorin nötig?

Im Mittelpunkt der Aufgaben einer FH-Professur steht die anwendungsbezogene Lehre. Deshalb muss eine Bewerberin auf eine Professur neben der Grundqualifikation eines Studiums auf Masterniveau weitere Qualifikationen mitbringen, um als Professorin berufen zu werden. Darüber hinaus können weitere Erfahrungen und Qualifikationen hilfreich sein.

Im Folgenden finden Sie die Qualifikationsbausteine, die Sie für eine Hochschulkarriere als FH-Professorin benötigen. Grundlage dafür ist das Berliner Hochschulgesetz (BerlHG), §100.

Baustein A: Basisqualifikation für eine FH-Professur

  • Studienabschluss in einem Fach, das zu der ausgeschriebenen Stelle passt (Master, Magister, Diplom oder gleichwertig)

Baustein B: Besondere Befähigung zur wissenschaftlichen Arbeit, d.h. Promotion und wissenschaftliche Publikation

  • Abgeschlossene Promotion (i. d. R. mindestens mit „magna cum laude“ bewertet)
  • In Ausnahmefällen können in Fachgebieten, in denen Promotionen unüblich sind, evtl. Projekte, künstlerische Produktionen, Auszeichnungen, Publikationen, Wettbewerbsgewinne u. ä. als promotionsadäquate Leistung anerkannt werden.
  • Veröffentlichungen: je nach Fach und Bewerber/innenlage werden weitere wissenschaftliche Leistungen in Form von Veröffentlichungen erwartet

Baustein C: Berufliche Praxis nach dem Hochschulabschluss: mindestens fünf Jahre, davon mindestens drei Jahre außerhalb der Hochschule

  • Berufstätigkeit außerhalb der Hochschule umfasst: Tätigkeiten in der Industrie, in Wirtschaftsunternehmen oder Behörden, in selbstständiger Tätigkeit oder in einem außeruniversitären Forschungsinstitut (z.B. Fraunhofer Gesellschaft, Institute der Leibniz-Gemeinschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren)
  • Selbstständige Tätigkeit sollte i.d.R. durch eine möglichst konkrete Liste von Projekten/Auftraggebern o.ä. als qualifizierte Tätigkeit nachgewiesen werden
  • Teilzeitbeschäftigungen ab 50 Prozent der Regelarbeitszeit werden voll angerechnet; ein längerer Zeitraum ist aber von Vorteil
  • Qualifizierte Tätigkeiten für verschiedene Einrichtungen/Unternehmen zu unterschiedlichen Zeiten sind möglich, die Zeitabschnitte werden zusammengezählt
  • Der Nachweis erfolgt durch Zeugnisse der Arbeitgeber, möglichst mit Beschreibung der praktischen Leistungen hinsichtlich der geplanten Hochschullaufbahn

Baustein D: Pädagogische Eignung (Lehr- oder Ausbilderinnenerfahrung)

  • Lehrtätigkeiten, möglichst an einer Hochschule als Lehrbeauftragte, Gastdozentin, Gastprofessorin mit Nachweis (Liste mit Zeitumfang, Themen, betreute Arbeiten etc.)
  • Nachgewiesene Tätigkeiten als Trainerin bei betrieblichen Fortbildungen
  • Tätigkeit als Ausbilderin im Betrieb
  • Didaktische Weiterbildungen und Zertifikate (z. B. BZHL)

Darüber hinausgehende weitere Qualifikationen und Erfahrungen, die hilfreich sein können

  • Auslandserfahrungen und Fremdsprachenkenntnisse (v. a. Fachenglisch)
  • Erfahrung in Einwerbung von Drittmitteln (je nach Fach)
  • Aktive Teilnahme an Fachkongressen u.ä. (z. B. in Form von Fachvorträgen) sowie eigene Forschungserfahrungen
  • Mitarbeit in der akademischen Selbstverwaltung und Berufungskommissionen – auch, um diese besser einschätzen zu können
  • Teilnahme an Mentoringprogrammen
  • Führungserfahrung, Teamfähigkeit
  • Vernetzung durch z. B. Mitgliedschaften in (Frauen-)Netzwerken, Fachgesellschaften und Berufsverbänden
  • Fortbildungen in Rhetorik, Präsentation, Hochschuldidaktik
  • Motivation

Wenn Sie Fragen zur Hochschulkarriere haben, bitte wenden Sie sich an Martina Dömling, Gender- und Technik-Zentrum (GuTZ): mdoemling[at]beuth-hochschule.de, Tel. 030 4504-2840.