Medikamentenherstellung

... erfordert ein gutes Wissen in der Chemie.

Prof: Mont Kumpugdee Vollrath aus dem Studiengang Pharma- und Chemietechnik
Schulfach:Chemie
Vortragszeit: 45-60 Min.
Vorkenntnisse der Teilnehmer: keine, aber Interesse an der Pharmatechnik
Benötigte Ausrüstung: Beamer

Terminvereinbarung

030 4504-2239
vollrath[at]beuth-hochschule.de


Inhalt

Gute Kenntnisse in der Chemie sind die Voraussetzung für die Herstellung von Medikamenten. Chemikalien, die benötigt werden, sind in sehr breitem Bereich vorhanden d.h. von Flüssigkeit (z.B. Wasser, Alkohol, Öle) bis hin zu Feststoffen (z.B. Zucker, Stärke, Milchzucker, Talkum, Gelatine, Fette). Zusätzlich sind geeignete Technologien notwendig z.B. Zerkleinerung, Mischen, Tablettieren, Kompaktieren, Schmelzen, etc.

Je nachdem welche Arznei(-Form) hergestellt wird, werden Chemikalien und Technologie zusammengestellt. Der Begriff „Arzneiformen“ bezeichnet in der Pharmazie die unterschiedlichen Arten von Pharmaprodukten (Medikamente). Beispiele von Arzneiformen sind z.B. Tabletten, Pellets, Kapseln, Granulate, Pulver, Dispersionen, Lösungen, Suppositorien, Dragees.

Das heißt, Arzneiformen sind Zubereitungen aus Arzneistoffen (Wirkstoff, Pharmaka) und mehr oder weniger indifferenten Substanzen (Hilfsstoffen), hergestellt durch geeignete pharmazeutische Verfahrenstechniken, um den physikalisch-chemischen Eigenschaften (Löslichkeit, Schmelzpunkt, Viskosität) der Arzneistoffe gerecht zu werden. Farbe, Größe, Form und Geschmack der Tabletten können deswegen geändert werden. Zur äußeren Anwendung sind Salben gut geeignet, da eine einfache Herstellungsmethode, z.B. durch Verrühren von ölartigen Stoffen und Wasser, möglich ist.

Außerdem sind weitere Medikamente wie langzeitwirkende Pharmaka (Herz-Kreislauf-Medikamente, z.B. Beta-Blocker-Tabletten) oder im Magen nichtlösliche Produkte (magensaftresistente Medikamente, z.B. Omeprazol-Tabletten) herstellbar. Dazu werden besondere Verfahren, z.B. Beschichtung mittels Wirbelschichtanlage, eingesetzt.

Das heißt: durch die richtige Kombination der genannten Faktoren und durch gute Chemiekenntnisse kann die gewünschte Arzneimittelwirkung (Wirkungseintritt, -dauer, -ort und -intensität) gesteuert werden.