Ein Living Lab für Feldstudien

Außen LKW, innen Labor mit Augmented und Virtual Reality: Das „VITALAB.Mobile“ ermöglicht es, neue virtuelle Therapieformen direkt im Alltag von Patienten und Patientinnen zu erproben. Entwickelt wird es im Rahmen eines BMBF-Projekts in Zusammenarbeit mit der Uni Hamburg.

VITALAB.Mobile
VITALAB.Mobile bringt neue Therapieformen mittels eines mobilen LKWs direkt zu Patientinnen und PatientenBild: Monika Jansen
Prof. Dr. Joachim Villwock und Prof. Dr. Kristian Hildebrand
Prof. Dr. Joachim Villwock (links) und Prof. Dr. Kristian Hildebrand (Mitte) erläutern das Konzept des Living LabsBild: Monika Jansen

Eine alternde Gesellschaft stellt die Gesellschaft vor zahlreiche Herausforderungen. Eine davon ist die Entwicklung von Therapieformen, mit denen sich zum Beispiel neurologische Erkrankungen wie Demenz oder Bluthochdruck behandeln lassen.

Neue Therapieansätze für Krankheiten, die durch körperliche Aktivitäten positiv beeinflusst werden, sollen in einem Living Lab im Alltag von Patienten erprobt werden. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt VITALAB arbeiten Forscher/-innen der Beuth Hochschule und der Universität Hamburg mit der Charité Berlin und dem Hospital zum Heiligen Geist zusammen.

Die virtuellen Therapieformen werden zunächst in Laborstudien im VITALAB.First (Universtität Hamburg) auf ihre Machbarkeit und Effektivität überprüft. Können positive Effekte ohne negative Seiteneffekte nachgewiesen werden, folgen klinischen Feldstudien im VITALAB.One (Hospital zum Heiligen Geist).

Erfolgreiche neue Therapieformen bringt dann das VITALAB.Mobile direkt zu Patientinnen und Patienten in ländliche Regionen. Das mobile Labor mit Augmented und Virtual Reality (AR/VR) ist in einem LKW untergebracht und unter anderem ein sensorgestütztes Bewegungs- und Beweglichkeitstraining oder Bewegungsspiele in der Virtuellen Realität als Therapieform neurologischer Erkrankungen. In Zukunft soll es als Forschungs- und Lehrplattform für eine Vielzahl von interdisziplinären Projekten genutzt werden.  Entwickelt wird es an der Beuth Hochschule unter der Leitung von Prof. Dr. Kristian Hildebrand (Fachbereich VI, Informatik) und in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Joachim Villwock (Fachbereich VIII, Maschinenbau).

Effektivere Studien vor Ort

Das mobile Labor soll Menschen die Möglichkeit zur Teilnahme an VR-Studien ermöglichen, ohne dass für sie ein Mehraufwand entsteht. Bewegungseingeschränkte Personen, Reha-Zentren oder Spezialkliniken können direkt angefahren werden und von den neuartigen Therapieformen profitieren. Der flexible Einsatz macht die Studien effektiver, gleichzeitig lassen sich mehr Teilnehmende akquirieren.

Wohlfühl-Design

Das Projektteam möchte kein steriles Labordesign, sondern eine angenehme Atmosphäre bieten, inspiriert von „Tiny-Houses“. Noch herrscht Container-Atmosphäre, aber das wird sich bis Dezember ändern, bis dahin wird das mobile Labor fertig sein. Obwohl der Platz im Laderaum des LKWs beschränkt ist, wird er – mithilfe von Virtual und Augmented Reality, Bildschirmen und Sensoren sowie Therapeutinnen und Therapeuten oder Zuschauenden – alle möglichen Interaktionsszenarien einer Studie unterstützen.

Die Labor- und Feldstudien sind für 2020 und 2021 geplant. Bereits im September 2019 wurde der Zwischenstand des im Aufbau befindlichen VITALAB.Mobile-LKWs an der Beuth Hochschule präsentiert. Zu Gast war u.a. Dr. Ina Czyborra (SPD), Mitglied im Abgeordnetenhaus von Berlin und Vorsitzende des Arbeitskreises Bildung/Jugend/Wissenschaft.

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