Geballtes Leben

Die Hälfte der Bevölkerung in Industrieländern lebt in Städten – Tendenz: steigend. Wie plant man das Leben in Ballungszentren? Prof. Ritz Ritzer spricht in einem Interview mit ARD-alpha über soziale Mischverhältnisse, Solarenergie und Veränderungen im Stadtverkehr.

Blick auf Berlin
Es wird eng: Blick auf BerlinBild: Anna Schwarz

Bis zum Ende dieses Jahrhunderts sollen 85 Prozent der Bevölkerung in Industrieländern in Städten leben. Das stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen, auch in Deutschland. Dort sollen im Jahr 2030 78,6 Prozent der Menschen das urbane Leben bevorzugen. Der Drang nach bezahlbarem Wohnraum wird also zunehmen. Doch wie geht es weiter, wenn die Ballungszentren überfüllt sind, die Zahl der Hinzuziehenden jedoch nicht sinkt, sondern kontinuierlich steigt? Droht den Städten ein Zusammenbruch?

Stadtplaner und Professor an der Beuth Hochschule Hans-Peter „Ritz“ Ritzer spricht im Interview der Reihe „ARD-alpha-demokratie“ über Herausforderungen in der „Städteplanung – Leben in Ballungsräumen“. Von einem Kollaps der Städte würde er nicht sprechen, jedoch von einer bereits spürbaren Minderung der Qualität.

Wandel im Verkehr

Der Verkehr ist für Ritzer ein wichtiger Punkt in den Städten der Zukunft. Er muss – weg von der „autogerechten Stadt“ – der Zeit angepasst organisiert werden, zum Beispiel durch die Ausstattung des öffentlichen Nahverkehrs: „Da wurde lange geschlafen.“ Auch die Rolle der ressourcenschonenden Energie wird diskutiert. Laut Prof. Ritzer hat die Solarenergie eine große Zukunft vor sich: „Da kann man einiges abdecken, nicht zu hundert Prozent, aber einen Versuch ist es wert“.

Soziale Mischung statt blutleere Schlafstädte

Für zukunftsfähige Städte ist für den Architekten, neben der Mischung aus Gewerbe und Wohnen, auch eine ausgewogene soziale Mischung wichtig. Hier sei die Politik in der Verantwortung die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen. Reine Städteerweiterungen, die als Siedlungen angelegt werden, funktionieren laut Ritzer nicht: „Das sind blutleere Schlafstädte – so ruhig sie auch sein mögen, so wenig Leben haben sie von einem städtischen Kontext“. Weiter sei es sehr wichtig, dass der öffentliche Raum kommerziell frei bleibt: „In einer verdichteten Stadt brauchen wir Entspannungsräume“.

Im Beitrag werden verschiedene Projekte vorgestellt, die diese Herausforderungen, durchaus auch kritikwürdig, versuchen umzusetzen. Ritzer ist der Meinung: Entscheidend sei am Ende, dass sich eine Stadt organisch entwickelt.

Der komplette Beitrag ist in der Mediathek verfügbar.

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