Ein Pausenhof zum Wohlfühlen

Sieben Studierende der Beuth Hochschule werteten den Fritz-Lang-Platz in Berlin Hellersdorf auf. Das Team plante einen neuen Pausenhof mit Sitzgelegenheiten und führte den Umbau im Juli selbst aus. Mit neuen Räumen wird die Alice-Salomon-Hochschule an diesem Standort ihren Campus erweitern.

Perspektive Fritz Lang-Platz
Pausenhof mit Wohlfühlfaktor: Simulation des Fritz-Lang-PlatzesBild: Dagny Fügner
Umbau Fritz-Lang-Platz
Rangieren und lasieren um letztendlich zu Flanieren: Innerhalb von zwei Wochen bauten Beuth-Studierende den Fritz-Lang-Platz umBild: Diane Le Naour
Umbau Fritz-Lang-Platz
Die Sitzelemente aus Beton wurden in schwarz-weiß errichtet, um an die 20er Jahre und Fritz Lang als Filmemacher und Namensgeber zu erinnernBild: Diane Le Naour

Die Alice-Salomon-Hochschule (ASH) wird ihren Campus erweitern und die Hellen-Passage am Fritz-Lang-Platz in Hellersdorf zusätzlich nutzen. Der Platz davor dient dann auch als Pausenhof für Studierende. Dazu bedarf es jedoch einer Aufwertung, denn selbst vor Corona-Zeiten waren die Ladengeschäfte sowie der Platz selbst überwiegend leer – er strahlte keine Campus-Atmosphäre aus. 

Da es neben dem Fritz-Lang-Platz noch größere Baustellen im Bezirk gibt, stimmte Nadja Zivcovic, Bezirksstadträtin für Wirtschaft, Straßen und Grünflächen, auf Initiative der damaligen Beuth-Präsidentin Prof. Dr. Monika Gross, einer solidarischen Idee zu: Studierende der Landschaftsarchitektur der Beuth Hochschule wollten ihren Studienkolleginnen und -kollegen helfen und den Platz kostenlos für sie umgestalten – von der Skizze bis zum tatsächlichen Umbau. Die Materialkosten von ca. 40.000 Euro übernahm das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf.

Vom Bleistift-Strich zum Spatenstich

Im Rahmen des Moduls Objektplanung, unter Leitung von Prof. Dr. Ines Maria Rohlfing, Fachbereich V, beteiligten sich Diane Le Naour, Claudia Ehrlich, Dagny Fügner, Bastian Fletschinger, Christopher Müller, Philip Menzel und Jonas Klich an dem Projekt Fritz-Lang Platz. In Kooperation mit lokalen Akteuren, darunter das Straßen- und Grünflächenamt Marzahn-Hellersdorf als Bauherr, das Quartiersmanagement Hellersdorfer Promenade und die naheliegende Alice-Salomon-Hochschule, wurde der Platz im Wintersemester 2019/2020 geplant. 

„Das Bauvorhaben schafft nicht nur einen Mehrwert für die Anwohner/-innen, sondern ist auch ein Projekt von Studierenden für Studierende“, sagt Dagny Fügner, Projektbeteiligte und Studentin der Beuth Hochschule.

In Umfragen ermittelten die angehenden Landschaftsarchitekten zunächst, warum der Platz nicht so angenommen wird. Dabei erzählten ihnen die Passanten, dass sie den Platz kaum nutzten, da vor allem Sitzgelegenheiten fehlten. Der Hof ist ein kleines quadratisches Areal, umgeben von einem zweireihigen Baumraster. Die Planung sah vor, den Platz mit schwarzen und weißen Sitzelementen aus Betonquadern und Holzbänken auszustatten, um so an die 1920er Jahre und an den Namensgeber und Filmemacher Fritz Lang zu erinnern. Ebenso sollte der Bodenbelag (wassergebundene Wegedecke) erneuert und im Zuge dessen barrierefrei gestaltet werden. 

Rangieren, lasieren, flanieren

Gesagt, getan: Ende Juli bauten die Studierenden den kompletten Platz um: Sie entkernten den Boden, rangierten tonnenschwere Betonblöcke, die per Sattelschlepper aus Bayern importiert wurden, schufen Einzelanfertigungen der Holzauflagen und imprägnierten sie mit Graffitischutz, und und und. 

Innerhalb von zwei Wochen (eine Woche früher als geplant) war alles erledigt. Nun kann in Zukunft wieder über den Hof flaniert werden. Dies wurde am 1. August mit Abschluss der Bauarbeiten auch direkt mit der Hellersdorfer Veranstaltung „Kulturexpedition – Zurück in die 20er Jahre“ zelebriert. Mit Lesungen, Musikstücken und anderen Akteurinnen und Akteuren wurde der neue Platz feierlich eingeweiht. 

„Für uns Studierende bot das Projekt die Möglichkeit, den kompletten Planungsprozess, vom ersten Bleistiftstrich bis zum letzten Spatenstich, mit zu erleben und so zu lernen, was es heißt, ein Bauprojekt zu organisieren und umzusetzen“, so Dagny Fügner.

Übrigens: Während der Bauphase wurde die angehende Landschaftsarchitektin Claudia Ehrlich Mutter - Herzlichen Glückwunsch! Bei der Baumaßnahme selbst konnte sie daher nicht teilnehmen, die Bauabnahme ließ sie sich aber nicht nehmen. Sie war zusammen mit ihrer wenige Tage alten Tochter „Fritzi" da. Ideengeber für den Namen war tatsächlich der Fritz-Lang-Platz. 

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