Es ist entscheidend, was für ein Mensch aus ihnen wird.


14.12.2017 10:47 Uhr

Drei Alumni aus dem Fachbereich III berichten auf der Absolventenfeier im Dezember 2017 von ihren ganz unterschiedlichen Werdegängen.

Sumintra Grobecker

Sumintra Grobecker ist eigentlich noch gar nicht so richtig weg von der Beuth Hochschule. Erst 2016 hat sie ihren Bachelor im Studiengang Bauingenieurwesen abgeschlossen. Daher stand sie bei der Absolventenfeier nicht nur als Rednerin sondern auch als Absolventin auf der Bühne, die an diesem Tag von Ihrem Dekan Prof. Andreas Heider verabschiedet wurde.

Bei Prof. Heider hat sie auch ihre Bachelorarbeit mit dem Thema BIM in der bauphysikalischen und baukonstruktiven Anwendung geschrieben. Es kam daher nicht von ungefähr, dass der Dekan sie auf die Bühne bat. Mit einer fundierten Ausbildung bevor sie das Studium an der Beuth Hochschule begann, hatte Frau Grobecker bereits früh die richtigen Weichen gestellt. Die Ergebnisse ihrer Arbeit heute im Berufsleben selber umsetzen zu können, das, so sagt sie, ist eine tägliche Herausforderung. „Vieles erweist sich in der Praxis dann doch anders, als man es theoretisch niedergelegt hat. Was mir wirklich täglich bei meiner Arbeit hilft ist das, was ich hier an der Beuth gelernt habe. Studium war anstrengend wird aber belohnt."

Dr. Ulf Kreuziger

Bereits länger zurück liegt der Abschluss von Dr. Ulf Kreuziger, der 2002 sein Diplom und ein paar Jahre später, als Ergänzung zu seiner beruflichen Tätigkeit, 2008 seinen Master im Studiengang Vermessungswesen abgeschlossen hatte. „Der Grund", sagt er, „warum ich noch einmal angefangen habe zu studieren war, dass man sich immer wieder im Beruf Fragen stellt, die beantwortet werden wollen." Und das, so Kreuziger, ließ sich nur mit einem weiteren Studium bewerkstelligen. Für ihn stand außer Frage wo: Natürlich an seiner alten Alma Mater. „Hier habe ich die professionelle und kompetente Weiterbildung bekommen, die ich gebraucht habe." Doch damit war noch nicht Schluss. Eine Promotion an der Universität in Bamberg sollte sich anschließen, unterstützt von seinen Professoren an der Beuth Hochschule. Allen voran Prof. Klaus Hehl der sichtlich stolz über seinen damaligen Zögling sagt: „Bei Herrn Kreuziger hat es einfach gepasst. Da wusste ich, dass sich jeder Aufwand lohnt." Offensichtlich profitiert die Hochschule nachhaltig von dem Engagement beider, denn Ulf Kreuziger ist heute Lehrbeauftragter am Fachbereich III.
Seinen Werdegang beurteilt der Alumnus so: „Es ist entscheidend, was für ein Mensch aus ihnen wird. Weniger die Reihen von Titel, die Sie erwerben."

Axel Mahlo

Die berufliche Karriere von Axel Mahlo könnte kaum spannender sein. Als dritter Alumnus an diesem Tag berichtet er, wie er, in der DDR geboren, 1995 an der damaligen TFH sein Studium des Bauingenieurwesens begann. Bereits zu DDR-Zeiten hatte er eine Ausbildung zum Möbeltischler gemacht und da er sich den Arbeitsplatz mit einem weiteren Angestellten teilte, hatte er viel Zeit zum Reisen - und das nutze er. „Ich war auf allen Kontinenten und habe Länder bereist, in die man heute auf Grund der politischen Lage gar nicht mehr so ohne weiteres hineinkommt", berichtet er. Da er sowohl eine Ausbildung wie auch Berufserfahrung vorweisen konnte, wurde er 2001 zum Studium ohne Abitur zugelassen. Schon während seines Studiums sammelte er weitere Berufserfahrung im Baubetrieb des Vaters, der Mahlo Bau GmbH.
Da es der Bauwirtschaft 2000 in Berlin nicht so gut ging, entschied sich die Mahlo Bau, einen Auftrag zur Brückensanierung in Dubai anzunehmen. „Das, was ich hier Deutschland gelernt war, also DIN-Normen etc., das war dort hinfällig", erzählt der Alumnus. „Dort herrschte amerikanischer Standard. Ich musste mich also komplett umorientieren." 11 Jahre arbeite Axel Mahlo vor Ort an diesem Projekt und war später weitere Jahre in Dubai als Projektleiter tätig. Unter anderem baute er die längste Hängebrücke der Welt. Mit seinen Kenntnissen und seiner Expertise machte er Eindruck. Soweit, dass man ihm einen Auftrag zur Mitwirkung beim Bau des Flughafen in Dubai übertrug. Kurz darauf erhielt er den Auftrag zum Bau eines Hochhauses. „Ich hatte noch nie ein Hochhaus gebaut", berichtet Mahlo schmunzelnd, aber offensichtlich traute man es dem Mann aus Deutschland zu. 2011 kehrte er nach Deutschland zurück und übernahm die Nachfolge im elterlichen Betrieb.

Was Mahlo in Bezug auf die heutigen Berufsanfänger bemängelt: „Viele Absolventen scheuen sich davor, vor Ort auf der Baustelle Erfahrungen zu sammeln und als Bindeglied zwischen Architekten, Bauingenieur Arbeitern und Planern zu fungieren." Das Teamarbeit jedoch grundlegend wichtig ist, sowie die Kenntnisse vor Ort, das weiß Axel Mahlo aus seiner Erfahrung sehr gut. In die gleiche Richtung geht auch Prof. Hehl: „Vermessungsesen", sagt er - und wir wollen hier das Bauingenieurwesen gleich mit einbeziehen, „funktionieren nur im Team. Das geschieht schon während des Studiums. Im Studium werden Charaktere "produziert". Man kennt sich, weiß, worauf man sich verlassen kann. Jeder unterstützt den anderen und innerhalb kürzester Zeit hat man Kontakte geknüpft."

v.o.n.u.: Sumintra Grobecker, Dr. Ulf Kreuziger, Axel Mahlo; Fotos1 und 3: Przesdzing; Foto 2: Prof. Ripke