Im Dialog Hindernisse aus dem Weg räumen


01.10.2016 12:00 Uhr

Studierende mit Behinderung sind mittlerweile ganz selbstverständlich unter der Studierendenschaft. Deshalb ist es wichtig, ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen den Betroffenen und ihren Mitstudierenden sowie den Lehrenden aufzubauen.

Vielen Studierenden sieht man ihre Behinderung auf den ersten Blick nicht an: Eine Studentin mit der Diagnose Multiple Sklerose gilt aufgrund ihrer chronischen Erkrankung als behindert, kann aber zu Beginn ihrer Erkrankung meist beschwerdefrei und ohne Einschränkung studieren.

Ein Student mit Hörbehinderung fällt unter Umständen nur auf, weil seine Aussprache etwas ungewohnt klingt. Eine andere Studentin mit Behindertenausweis unterscheidet sich von ihren Mitstudierenden nur dadurch, dass sie während der Veranstaltungen ihr Pausenbrot auspackt oder ihren Insulinwert kontrolliert, weil sie Diabetes hat.

Erste Anlaufstelle

Für Studierende mit Behinderung ist die Studienberaterin Katja Barth die erste Anlaufstelle. Als Beauftragte für Studierende mit Behinderung kennt sie die Rahmenordnungen, die Studienordnungen sowie die Studienbedingungen und kann kompetent beraten, wie durch ein Handicap auftretende Schwierigkeiten gelöst werden können.

Katja Barth ist auch Ansprechpartnerin für Lehrkräfte und Mitglieder der Hochschule, z. B. bei Fragen zum Umfang oder zur Umsetzung eines Nachteilsausgleichs. „Jede Situation muss individuell betrachtet werden. Seien Sie offen, freundlich und ohne Vorurteile“, rät sie den Lehrenden.

Genau diesen direkten Austausch mit Lehrkräften zur Klärung außerplanmäßiger Dinge im Studium fand der Alumnus Christoph Pisarz besonders hilfreich. Von 2005 bis 2012 studierte er an der Beuth und machte zuerst seinen Bachelor in Landschaftsarchitektur und schloss danach den Bachelor Architektur ab. Seit seiner Geburt ist Pisarz querschnittsgelähmt und im Alltag auf den Rollstuhl angewiesen. Vor Studienbeginn bekam er einen Nachteilsausgleich, weil er das körperlich schwere Vorpraktikum nicht ableisten konnte.

Probleme gemeinsam angehen

Auch Stephen Willaredt, Masterstudent Veranstaltungstechnik und -management, der in einem Elektrorollstuhl sitzt, hebt ebenfalls die Bedeutung des Dialogs hervor. „Von meinen Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie Dozentinnen und Dozenten habe ich große Offenheit und Unterstützung mir gegenüber erfahren“, erzählt er. „Entstandene Probleme und Fragen lassen sich im persönlichen Austausch auf dem kurzen Dienstweg am besten klären“, fügt Willaredt hinzu. Gerade schreibt er seine Masterarbeit.

Die Beuth Hochschule möchte allen Studierenden ein fachlich fundiertes, exzellentes Studium ermöglichen. Für eine gemeinsame Zukunft ist ein offener Umgang zwischen allen Hochschulmitgliedern und Studierenden mit Behinderung unabdingbar. „Sprechen Sie miteinander“, betont Katja Barth.

Kontakt: Katja Barth, Haus Grashof, Raum C 003
Telefon: 030 4504-2777, E-Mail: barth[at]beuth-hochschule.de 

Weitere Informationen: Studieren mit Behinderung