8. Diversity-Tag am 26. Mai 2020

Online-Aktionsempfehlungen und Lesetipps zum Diversity-Tag!

Bild: Janna Baibatyrova

Am 26. Mai findet zum achten Mal der bundesweite Diversity-Tag statt. Initiiert wurde der Tag von der Charta der Vielfalt e.V., um Institutionen und Unternehmen die Möglichkeit zu geben, ihr Engagement rund um das Thema sichtbar zu machen. Anlässlich des Diversity-Tages findet eine Vielzahl von Veranstaltungen statt, zuletzt über 2500 in 2019.

In diesem Jahr wurde auf Grund der Coronavirus-Pandemie das Engagement in die digitale Welt verlagert: Es gibt eine Reihe von Online-Aktionen sowie eine Social Media-Aktion unter den Hashtags #DDT20 und #FlaggefürVielfalt.

Auf der Beuth-Webseite wird anlässlich des Diversity-Tages eine neue Webseite freigeschaltet, die zeigt wie die Hochschule mit dem Thema umgeht. Neben dem strategischen Ansatz gibt es eine Übersicht zu Service- und Beratungsmöglichkeiten für Hochschulmitglieder. Mit aktuellen Zahlen und Fakten zur größten Gruppe der Hochschule – den Studierenden – zeigt sich ein quantitativer Teil von Diversity. Eine Sammlung an Begriffen dient als Nachschlagewerk und soll User*innen zeigen, wie breit die Arbeit mit Diversity an Hochschulen aufgestellt ist.

Wir haben einige spannende Veranstaltungen und Literaturhinweise zum Thema Diversity zusammengestellt.

Veranstaltungen 

Alice Hasters: Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten

Die Journalistin, Buchautorin und Podcasterin liest live aus ihrem 2019 erschienenen autobiographischem Debütbuch vor.

 Freitag, 29. Mai 2020, ab 16:30 Uhr

Online-Lesung: Livestream via YouTube

Friedrich-Ebert-Stiftung: Kommunikation in Konfliktsituationen in der interkulturellen Arbeit

In diesem zweitägigen Seminar werden interaktiv Grundlagen von Kommunikation erarbeitet, die dazu beitragen sollen, Konflikte im Kontext interkultureller Arbeit besser zu lösen. 

 Dienstag, 16.06. und Mittwoch, 17.06.2020, ab 10 Uhr

Webinar: Anmeldung über die Webseite der FES

Fernuniversität Hagen: Personenstand: divers. Gleichstellung weiterdenken

Auf der Tagung werden die aus den Reformen des Personenstandsgesetzes erwachsenen Herausforderungen für die Gleichstellungspolitik diskutiert.

 Donnerstag, 25. Juni 2020, 12 bis 18 Uhr

Online-Fachtagung: Informationen zu Anmeldung und Registrierung auf der Webseite der Universität

Literatur  

 Nasiha Ahyoud (et al.): Wer nicht gezählt wird, zählt nicht (2018)

Der Text bildet ab, welche Probleme das bislang rein additive Verständnis einer quantitativen Erfassung von Diversität aufwirft. Mit der Erhebung von Fremdzuschreibungen und Selbstidentifikation wird gezeigt, wie diese Lücke gefüllt werden kann. Wenn dies berücksichtigt wird, werden marginalisierte Gruppen sichtbar und tatsächlich gelebte Erfahrungen in Statistiken auswertbar gemacht.

Frei verfügbar auf der Webseite von Vielfalt entscheidet – Diversity in Leadership 

Philine Erfurt: Nicht wichtig, keine Zeit, fehlende Beweise – Widerstände bei der Implementierung von Gender Mainstreaming und Diversity Management (2010)

Der Text zeigt Widerstände auf, die in Organisationen bei der Implementierung von Gender Mainstreaming (GM) und Diversity Management (DiM) auftreten. Sowohl die Formen des Widerstands unterscheiden sich, als auch die Ebenen, auf denen sie auftreten. Die Autorin benennt häufig autretende Widerstände, ihre Ursachen und gibt Anregungen, wie breitere Akzeptanz für Gender Mainstreaming und Diversity Management in Organisationen geschaffen werden kann. 

Frei verfügbar auf der Webseite der Internationalen Gesellschaft für Diversity Management

 Vanessa Eileen Thompson & Veronika Zablotsky: Rethinking Diversity in Academic Institutions (2016)

Die Autor*innen üben eine postkolonial-feministische Kritik am Umgang mit Diversity an deutschen akademischen Institutionen. Statt mehr „tolerance and equality“ zu erreichen, führen derzeitige Diversity-Praxen an Hochschulen durch Prozesse von Vereinnahmung und Angleichung an ein diskriminierendes System, zu noch stärkeren Ungleichheiten.  

Frei verfügbar auf der Webseite des Journals of transnational Women’s & Gender Studies

 Keon West & Asia A. Eaton: Prejudiced and unaware of it: Evidence for the Dunning-Kruger model in the domains of racism and sexism (2020)

Die Autor*innen überprüfen im Rahmen zweier Studien, ob das Dunning-Kruger-Modell auch für die Kompetenz Vorurteilsfreiheit (im Original: Egalitarianism) gilt. Dunning und Kruger zeigten mit einer 1999 durchgeführten Studie, dass Menschen ihre eigenen Kompetenzen (im Sinne von Fähigkeiten) besonders dann überschätzen, wenn ihre tatsächliche Kompetenz vergleichsweise niedrig ist. Das bedeutet, dass sich der Effekt bei entsprechender Weiterbildung und Qualifikation verringert.

Dies ist auch die Annahme von West und Eaton, welche mittels zweiter Studien – eine zu Rassismus (N = 148) und eine zu Sexismus (N = 159) teilweise bestätigt werden konnte: Zwar unterschätzten die Teilnehmenden beider Studien das Ausmaß ihrer eigenen Vorurteile, am stärksten diejenigen mit den stärksten Vorurteilen, ein Diversity-Training (ohne praktische Methoden) änderte jedoch nichts an dieser Fehleinschätzung. 

Online verfügbar über Elsevier (Paywall)

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