Antidiskriminierung & diversitysensible Hochschule

Sie sind Mitglied der Beuth Hochschule für Technik und würden gern mehr über Antidiskriminierungsarbeit erfahren? Oder interessieren Sie sich für eine Weiterbildung zum Beispiel zum Thema Gendersensibilisierung, Interkulturelle Kompetenz oder rechtlicher Diskriminierungsschutz? Oder haben Sie Fragen, wie man diskriminierungsfrei spricht und schreibt? 

Wir sind für Sie da! Schreiben Sie eine E-Mail an gutz[at]beuth-hochschule.de oder rufen Sie uns an 030 4504-5140.


Postkarten

Zusammen mit der Künstlerin Janna Baibatyrova hat das Gender- und Technik-Zentrum Postkarten zum Thema Antidiskriminierung entwickelt. Sie behandeln einzelne Kategorien, zum Beispiel Alter, Behinderung, Gender oder Elternschaft. Die Postkarten sollen Menschen sensibilisieren, für die das Thema Antidiskriminierung noch ganz neu ist und zum Nachdenken anregen.

Alle Karten können auf Anfrage bei uns kostenfrei bestellt werden.

Sollten Sie Fragen, Anmerkungen oder Kritik zu den Motiven oder den Texten haben, schreiben Sie uns gern: gutz[at]beuth-hochschule.de.

Intersektionalität

Bildbeschreibung: Mehrere Personen unterschiedlichen Alters, Religion und Herkunft stehen vor einem Wegweiser. Zwei Personen recken die Faust in die Höhe. Der Wegweiser weist in die Richtungen "Studium", "Familie, "Ich", "Lehre" und "Job".  

Text auf der Rückseite: Die Postkartenreihe „Hochschule sichtbar" beschreibt soziale Kategorien, die oft mit Diskriminierungen verbunden sind: Gender, Alter, Elternschaft, Religion und Weltanschauung, soziale Herkunft, Behinderung, Ethnizität oder sexuelle Identität. Die Karten informieren und regen an, über Diskriminierung und soziale Ungleichheit nachzudenken. Alle beschriebenen Kategorien existieren jedoch nicht nebeneinander, sondern überlagern sich im Regelfall. Das wird über das Konzept der Intersektionalität sichtbar gemacht. Es zeigt beispielsweise, dass so wenige Professor*innen of Colour oder mit Migrationsgeschichte an Hochschulen lehren, da patriarchale und rassistische Systeme diese Karriere für bestimmte Menschen einfacher macht als für andere.

Gender

Bildbeschreibung: Eine Gruppe von Personen mit unterschiedlichen Geschlechtern, Hautfarben und Kleidungsstücken, im Hintergrund ist die Beuth Hochschule zu sehen.

Text auf der Rückseite: Das Geschlecht oder Gender ist Teil der Identität eines Menschen. Bei der Geburt wird uns auf Grund bestimmter Merkmale ein Geschlecht („männlich“ oder „weiblich“) zugeschrieben. Wenn dies nicht möglich ist, spricht man von Intergeschlechtlichkeit. Wenn sich Personen nicht mit dem zugeschriebenen Geschlecht identifizieren, spricht man von Transgeschlechtlichkeit.
Seit 2018 gibt es in Deutschland die so genannte „Dritte Option“. Damit ist es unter eingeschränkten Bedingungen möglich, den Geschlechtseintrag „divers“ („d“) eintragen oder keinen Eintrag vornehmen zu lassen.

Soziale Herkunft

Bildbeschreibung: Eine Studentin hält stolz ihr Masterzeugnis in der Hand. Sie wird dabei von ihrer Mutter umarmt. Über den beiden steht die Überschrift "Erste mit Hochschulabschluss".

Text auf der Rückseite: Folge deinem Traum! Wenn ich es geschafft habe, dann schaffst du es auch!

Diese Aussagen verschleiern, dass es nur teilweise in unserer Macht liegt, unseren Lebensweg selbst zu gestalten. Schulabschluss, Freundeskreis oder Berufswahl werden durch die soziale Herkunft beeinflusst. Sie ist das Umfeld in das wir hinein geboren werden und bestimmt, wie wir sprechen, handeln und was wir für möglich halten. Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft erfolgt oft durch Institutionen und ist selten auf den ersten Blick erkennbar.

Alter

Bildbeschreibung: Eine alte, weibliche Person mit verschränkten Armen. Über ihr steht das Wort "Hackerin".

Text auf der Rückseite: „Junge Leute sind nicht verantwortungsbewusst.“ „Alte Menschen können nicht mit dem PC umgehen.“

Hinter den Zuschreibungen „zu jung“ oder „zu alt“ stecken Vorurteile wie etwa, dass junge Menschen unerfahren und ältere unflexibel seien. Altersdiskriminierung (Ageism) bedeutet die soziale und ökonomische Benachteiligung von Personen und Gruppen aufgrund ihres Lebensalters.
Altersdiskriminierung kann sich in ungleichen Gehältern oder Schwierigkeiten beim Jobwechsel zeigen, beeinflusst aber auch andere Lebensbereiche, zum Beispiel, wen wir als attraktiv empfinden.

Sexuelle Identität

Bildbeschreibung: Eine Person mit langen Haaren  sitzt auf dem Schoß einer kurzhaarigen Person im Rollstuhl und schwenkt eine Regenbogenfahne.

Text auf der Rückseite: Lesbisch, schwul und bi – das sind nur einige Beispiele für die Vielfalt sexueller Identitäten. Für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt wird manchmal queer als Oberbegriff genutzt. Trotz der zunehmenden Sichtbarkeit vielfältiger sexueller Identitäten, wird Heterosexualität weiterhin als soziale Norm dargestellt.
LGBTQIA+-Menschen (lesbian, gay, bisexual, trans, queer, intersex, asexual) sind auch heute noch Feindlichkeiten ausgesetzt. Dies äußert sich zum Beispiel im Gebrauch von homo- und bi-feindlichen Schimpfwörtern oder bei der schwierigen rechtlichen Anerkennung nicht-heterosexueller Beziehungen.

Religion und Weltanschauung

Bildbeschreibung: Drei Personen stehen gemeinsam und freundschaftlich in einem Labor. Die Person links trägt ein Kreuz um den Hals. Die Person in der Mitte trägt einen Laborkittel und ein Kopftuch. Die Person rechts trägt einen langen Rock und hat an der Seite abrasierte Haare. Im Hintergrund ist ein Labor zu sehen. 

Text auf der Rückseite: Die Freiheit von verschiedenen Religionen und Weltanschauungen ist durch das Grundgesetz geschützt – sie ist „unverletzlich“. Diese formale Unverletzlichkeit umfasst das Ausleben, aber auch die eigenen Überzeugungen frei äußern zu dürfen. Um die religiöse und weltanschauliche Freiheit zu gewährleisten, sind staatliche Einrichtungen zur Neutralität verpflichtet. In der Praxis sieht es jedoch anders aus: Das Gebot der Neutralität kann auch Diskriminierungen verbergen, zum Beispiel wenn eine scheinbar neutrale Regel bestimmte Gruppen diskriminiert. Oft ist das mit weiteren Diskriminierungsformen, wie Rassismus und Sexismus, verknüpft.

Behinderung

Bildbeschreibung: Eine Person mit Locken läuft mit einem Assistenzhund durch die Hochschule. Im Hintergrund sind andere Studierende. 

Texte auf der Rückseite: Ob im Seminar, im Arbeitsleben oder im Alltag: Menschen mit Behinderung stoßen oft auf Barrieren. Behinderungen entstehen aus dem Zusammenspiel zwischen gesellschaftlichen Barrieren und körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigungen eines Menschen. Inklusion bedeutet daher, dass eine Hochschule die Rahmenbedingungen an die verschiedenen Bedürfnisse anpasst. Bestehende Strukturen, zum Beispiel enge zeitliche Vorgaben bei Klausuren oder nicht barrierefreie Räume, erschweren eine gleichberechtigte Teilhabe.

Ethnizität

Bildbeschreibung: Drei Personen mit unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit stehen zusammen in einem Labor. Im Vordergrund stehen verschiedene Laborgegenstände. 

Text auf der Rückseite: Oft haben wir Vorstellungen davon, was mit dem Begriff Ethnizität gemeint ist. Solche Vorstellungen sind aber nie neutral, sondern beinhalten Zuschreibungen. Diese „ethnisierenden" Zuschreibungen finden meist unbewusst statt, sind manchmal gut gemeint, aber trotzdem rassistisch. Rassismus ist nicht nur auf zwischenmenschliche Ebenen begrenzt, sondern durchzieht unsere Gesellschaft, Sprache und Institutionen. Ein Grund hierfür ist, dass Deutschland seine Kolonialgeschichte nie kritisch aufgearbeitet hat. So haben bis heute Straßen und Institutionen Namensgeber*innen, die aktiv zu Unterdrückungssystemen beigetragen haben.

Elternschaft

Bildbeschreibung: Ein Kind sitzt auf den Schultern seiner Mutter und verdeckt mit den Händen ihr Gesicht. Die Mutter hält ein geöffnetes Buch vor sich. Im Hintergrund sind ein Schreibtisch und ein Schrank mit Unterlagen zu sehen.

Text auf der Rückseite: Alleinerziehend? Als Paar? Als Gemeinschaft?
Elternschaft bedeutet Verantwortung und ist von vielen Faktoren beeinflusst. Kinder haben zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Bedürfnisse. Daher brauchen Eltern flexible Regelungen, um verschiedene Lebensbereiche zu vereinbaren, wie zum Beispiel Studium, Job oder Freizeit. Hinzu kommt, dass bei mehreren Elternteilen die Arbeitsteilung in Bezug auf Kinder und Haushalt oft ungleich verteilt ist. Eine familienfreundliche Organisation muss all das berücksichtigen.

Nach oben