Historisches Archiv

Das Historische Archiv der Beuth Hochschule umfasst Akten sowie Fotos, Filme, Dias und dreidimensionale Objekte aus der Zeit des 19. Jahrhunderts bis heute.

Geschichte der Beuth Hochschule und ihrer Vorgängereinrichtungen

Das Historische Archiv befindet im Anbau von Haus Gauß, in den Räumen L 40–46. Interessierte können zur Unterstützung einer Recherche einen Termin vereinbaren: historischesarchiv[at]beuth-hochschule.de

Tradition wird greifbar

Berlin im Fin de Siècle: Das waren rauchende Schlote, Dampfhämmer, Industriewerke und U-Bahn-Brücken!

All dies wäre undenkbar gewesen ohne Wissen und Geschick vieler Ingenieure und Bautechniker. Hunderte von ihnen erhielten ihre Ausbildung an den Vorgänger-Einrichtungen der heutigen Beuth Hochschule. Ohne „Beuth“, kein Berlin!

„Unsere Gegenwart an der Beuth Hochschule heißt die Zukunft zu denken. Dies geht nur, wenn wir wissen, woher wir kommen,“ sagt der Erste Vizepräsident der Beuth Hochschule, Prof. Dr. Hans Gerber.

Daher wurde das Historische Archiv der Hochschule fachwissenschaftlich für die Benutzung aufbereitet, sodass Tradition wieder greifbar ist. In knapp zweijähriger Arbeit haben Historiker und Archivare in Zusammenarbeit mit dem Berliner Geschichtsbüro „Culture and more“ mehrere hundert Regalmeter historischer Akten aus der Zeit des 19. Jahrhunderts bis heute systematisch gesichtet, geordnet, gereinigt, neu verpackt und verzeichnet. Hinzu kamen Fotos, Filme, Dias wie auch dreidimensionale Objekte.

Die Neustrukturierung erleichtert nicht nur die Benutzbarkeit der erhaltenen Sammlungsteile; gleichzeitig konnten diese raumsparender in den neuen Räumen eingelagert werden.

Die Geschichte der Hochschule reicht weit in das 19. Jahrhundert zurück und erstreckt sich über das Kaiserreich und die Weimarer Republik. Mit Beginn der NS-Diktatur wurden Dozenten ausgegrenzt, jüdischen Studierenden wurde das Studium verboten. In den Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fanden sich die einzelnen Vorgänger schrittweise zur heute größten technischen Fachhochschule Berlins zusammen, der Beuth Hochschule.

Schätze zur Wissenschaftsgeschichte sind nun vor Zerfall oder Vergessen bewahrt, unter anderem:

  • Ein Modell des ersten Laptops aus den frühen 1970er Jahren
  • Erste Festplatten mit seinerzeit sensationellen einigen hundert Kilobyte
  • Bilder der Gartenbauschule in Dahlem um 1900
  • Unterlagen zur Verfolgung von Dozenten wie Studierenden aus der NS-Zeit
  • Bilder zur Studentenbewegung um 1968

„Kornkammer der Erinnerung“

Die Neuordnung soll einen nachhaltigen Nutzen mit sich bringen. Zukünftig wird es Ansprechpartner geben, die Bitten aus der Hochschule zu Bauakten, Bildern für die Öffentlichkeitsarbeit oder Ähnlichem bedienen können. Auch Anfragen von außerhalb – zum Beispiel von Alumni, historisch Interessierten oder Forschenden – sollen demnächst einen Adressaten finden.

Zukünftig sind eine museale Dauerpräsentation zur Hochschulgeschichte und Wechselausstellungen im „Schaufenster Beuth“ im Foyer des Hauses Bauwesen angedacht, um die Hochschule im Kiez, darüber hinaus und vor allem auch im wissenschaftlichen und kulturellen Leben Berlins besser zu verankern. Das Historische Archiv als „Kornkammer der Erinnerung“ bildet dafür die Grundlage.