Symposium

Symposium „Christian Peter Wilhelm Beuth in seiner Zeit“

Aktuell führt die Beuth Hochschule einen Diskurs über ihren Namensgeber C. P. W. Beuth (1781-1853) und seinen Antisemitismus.

Am 17. und 18. Januar 2019 fand ein öffentliches Symposium zum Thema „Christian Peter Wilhelm Beuth in seiner Zeit“ statt.

Podiumsdiskussion
Podiumsdiskussion am zweiten Tag des Symposium ©Martin Gasch
Symposium
Prof. Dr. Stefan Nienhaus (li.) trug mit einem Vortrag und Diskussionsbeiträgen zum Symposium bei ©Martin Gasch

Video-Aufzeichnung

Video-Aufzeichnung der Veranstaltung:
www.beuth-hochschule.de/beuthbox


Skripte


Programm

Tag 1: Donnerstag, 17. Januar 2019

  • 14:00-14:05 Uhr: Begrüßung
    Prof. Dr. Monika Gross, Präsidentin der Beuth Hochschule für Technik Berlin
  • 14:05-14:20 Uhr: Einführung in das Thema (Historie der Ereignisse)
    Prof. Dr. Monika Gross, Präsidentin der Beuth Hochschule für Technik Berlin
  • 14:20-14:50 Uhr: „Preußen vor und nach dem Wiener Kongress: Zwischen Reform, Restauration und Modernisierung“
    Prof. Dr. Ulrike Höroldt, Direktorin des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz

    anschließend Fragen aus dem Publikum/Diskussionsrunde und Kaffeepause
  • 15:15-15:45 Uhr: „Der preußische Staat und die Emanzipation der Juden von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Reichsgründung“
    Prof. Dr. Uffa Jensen, Zentrum für Antisemitismusforschung, Technische Universität Berlin

    anschließend Fragen aus dem Publikum/Diskussionsrunde
  • 15:55-16:10 Uhr: Impulsreferat zur Person Christian Peter Wilhelm Beuth
    Peter Anthony
  • 16:10-16:40 Uhr: „Nicht Jude, nicht Philister mehr taugt / Um an ihnen zu finden ein Körngen Spas": Antisemitische 'Scherze' in der Deutschen Tischgesellschaft“
    Prof. Dr. Stefan Nienhaus, Dipartimento di Studi Umanistici, Università degli Studi di Salerno

    anschließend Fragen aus dem Publikum/Diskussionsrunde,
    Zusammenfassung und Verabschiedung

Tag 2: Freitag, 18. Januar 2019

Krankheitsbedingt musste der Vortrag „Antisemitismus und Antiziganismus“ von Herrn Prof. Wippermann leider entfallen. Das Symposium startete am Freitag daher abweichend von der ursprünglichen Planung erst um 10:00 Uhr.

  • 10:00-10:05 Uhr: Begrüßung
    Prof. Dr. Anne König, Beuth Hochschule für Technik Berlin
  • 10:05-10:35 Uhr: „Jüdische Identitäten und nichtjüdische Konstruktionen von Judentum im 19. Jahrhundert“
    Dr. Susanne Korbel, Universität Graz

    anschließend Fragen aus dem Publikum/Diskussionsrunde und Kaffeepause

  • 11:05-12:25 Uhr: Podiumsdiskussion
    „Herausforderung: Namensgebung von Bildungseinrichtungen“

    Moderation: Dr. Jan-Martin Wiarda (Journalist, Autor, Moderator)

    Teilnehmende Podium:

    • Prof. em. Dr. Thomas Stamm-Kuhlmann, Universität Greifswald
    • Prof. Dr. Friedemann Stengel, Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg
    • Prof. Dr. Andreas Nachama, Stiftung Topographie des Terrors
    • Prof. Dr. Reinhard Thümer, Präsident a. D. der Beuth Hochschule
    • Prof. Dr. Dieter Gloede, Beuth Hochschule
    • Ronja Marcarth, Studentische Vertretung Beuth Hochschule
    • David Czycholl, Studentische Vertretung Beuth Hochschule

    anschließend Fragen aus dem Publikum/Diskussionsrunde,
    Zusammenfassung und Verabschiedung


Medienecho

Ein Antisemit als Namensgeber
Manfred Götzke, Deutschlandfunk, 18.01.2019

Männer machen Geschichte
Julian Dörr, Süddeutsche Zeitung, 18.01.2019

Christian Peter Beuth: Ein Antisemit wird besichtigt
Maritta Adam-Tkalec, Berliner Zeitung, 18.01.2019

Beuth Hochschule: Wenn der Namenspatron Antisemit ist
Julius Betschka, Berliner Morgenpost, 19.01.2019

Das ist keine Petitesse
Susanne Memarnia, taz, 19.01.2019

Benennungs-Kontroverse: Debatte offen, Fronten verhärtet
Inga Barthels, Der Tagesspiegel, 20.01.2019


Feedback der Besucher/-innen des Symposiums

Hier eine Abschrift aller original handschriftlichen Kommentare:

»Gibt es die Texte der Vortragenden auch als PDF für Beuth Mitglieder?« (Anm.: sind angefragt)

»Insgesamt sehr guter Diskurs, v.a. die Anschaulichmachung der vielfältig segregierten Gesellschaft und der Einflüsse aufklärerischer und emanzipativerer Kräfte – solch eine Analyse lässt ja deutlich werden, dass Beuth sich sehr klar gegen emanzipatorische Ideen wendete – mit einer Hochschule, die einen wissenschaftlich-aufklärenden Ansatz verfolgt – und solch ein Menschenbild transportieren möchte – wohl kaum zu vereinbaren«

»Sehr gut organisiert und auch hochkarätige Teilnehmer (Vortragende, Podium) – gute, offene Diskussion. Der „Streit“ um den Namen ist richtig und wichtig – Es wird uns helfen, die richtige Entscheidung zu treffen – welche auch immer. – Ich wünsche mir, dass dieser offene Diskurs in ähnlicher Weise weitergeführt wird.«

»Die Symposien waren eine gute Entscheidung. Aus meiner Sicht lagen zur Zeit der Namensgebung unzureichende Informationen zu C. P. W. Beuth vor. Mit Blick auf die internationale Ausrichtung der Hochschule sollten wir eine Umbenennung der Hochschule vornehmen und Beuth weiterhin mit allen Facetten darstellen.«

»Vielen Dank für die lehrreiche Veranstaltung! Mit dem ersten Tag bin ich insgesamt sehr zufrieden. Die Vorträge von Prof. Dr. Höroldt, Prof. Dr. Jensen und Prof. Dr. Nienhaus waren sehr interessant. Beim Vortrag von Herrn Anthony hätte ich mir (noch) mehr Informationen zur Person Beuths im Zusammenhang mit seinem bildungspolitischen Wirken gewünscht. Insgesamt freue ich mich, dass an der Beuth auch einmal gesellschaftswissenschaftliche Fragen in den Mittelpunkt rücken. Es wäre schön, wenn dies – neben der Debatte um Beuth – auch in Zukunft stattfinden würde. Warum nicht auch in Zukunft Symposien zu gesellschaftlichen Fragen an die Beuth (oder wie auch immer die Hochschule in Zukunft heißen wird) holen? Vielen Dank für das sehr interessante Symposium.«

»Alles sch…sse.«

»Ich fande die 2 Tage einen guten Start für die Auseinandersetzung zum Thema Beuth! Danke! Der Moderator hat eine super Leistung erbracht. Ich hätte mir gewünscht, dass auch die jüdische Position auf der Bühne vertreten wird (von einem Juden), da sonst denke ich niemand besser über dieses Thema sprechen kann. Außerdem wünsche ich mir bei der weiteren Auseinandersetzung eine größere Teilnahme der Studenten. Schließlich wird der Name „Beuth“ auf unserem Zeugnis stehen.«

»Interessante Vorträge, bieten ein breites Panorama –  Danke! Schade, dass so wenige Studierende im Publikum sind. Zur Diskussion: „Männer machen Geschichte“ – das macht mich als Frau sprachlos.«

»Umbenennen!«

»Das Podium war spannend und die Vorträge auch, aber es war schwierig, beim Thema zu bleiben (für die, die sich an der Diskussion beteiligt haben). Aber viele interessante Fakten!«

»Super Podiumsdiskussion. Bitte den Rat von Wiarda ernstnehmen: Kollegialer Tonfall + Sachlichkeit beibehalten!«

»Vortrag von Prof. Dr. Horöldt am 17.01. war zu detailliert, hat m. E. wenig beigetragen zur gesellschaftspolitischen + historischen Einordnung Beuths. Vortrag Prof. Dr. Jensen: sehr informativ, Möglichkeit der Einordnung des Antisemitismus gegeben.«

»Podiumsdiskussion sehr gut + ausgewogen, sehr gute Moderation. Mein Fazit: offene Diskussion sehr wichtig! Antisemitismusvorwurf scheint erwiesen! Gerade bei heutigem erstarkendem Rechtsradikalismus ist der Name für eine Hochschule nicht mehr vertretbar.«

»Zu wenig Referent*innen«

»1. Mir gefällt die breite Information im Symposium, über Geschichte + Judentum. 2. In der Podiumsdiskussion fehlen mir mehr Frauen. 3. Ich kannte Beuth nicht + konnte mich auch nicht mit ihm identifizieren. Ganz schrecklich finde ich, wenn ich mit „Wir BEUTHIANER“ angesprochen werde! Da finde ich mich überhaupt nicht wieder! (Ich bin eine Frau.) 4. Die ganze Diskussion + dass diese möglich ist, finde ich gut. 5. Ich habe viel in den 2 Tagen gelernt + bin angestoßen noch mehr zu lesen + mich kundig zu machen.«

»Danke für die Organisation des Symposiums und die Möglichkeit für alle Mitglieder der HS daran teilzunehmen. Wie im Symposium erwähnt wurde, muss das Erbe von C. P. W. Beuth voll und ganz übernommen und getragen werden. Gerade im Zuge der Diskussion zum Leitbild und Diversität kann ich mich mit dem Antisemitismus von Beuth NICHT identifizieren. Ich bin auch für eine Entpersonalisierung des Namens der HS. Warum wurden nicht alle Gutachten/Äußerungen auf der Webseite veröffentlicht? Gelenkte Diskussion?«

»Benennt die Hochschule um, und leugnet nicht die Fakten bzw. Antisemitismus.«

»Die Beuth sollte ihren Namen behalten. (Wir brauchen mehr Parkplätze.)«

»Vortrag 1: für Geschichtsinteressierte vielleicht spannend  für den Rest wohl eher ermüdend. Diese Veranstaltung kurz vor der Klausurenphase/Umfrage in der Klausurenphase ist nicht so toll – warum nicht nach Einführungsveranstaltung?«

»Vortrag Fr. Prof. Dr. Ulrike Höroldt: Fand ich spannend + interessant. Bin an einem Skript interessiert.« (Anm.: ist angefragt)

»Viel zu viel Gerede. Man sollte den Namen TFH behalten.«