Christian Peter Wilhelm Beuth

Vater der Ingenieurwissenschaften

Christian Peter Wilhelm Beuth (1781 - 1853) zählt zu den bedeutenden Staatsmännern des 19. Jahrhunderts. Die preußische Industrie verdankt ihm den wirtschaftlichen Aufstieg. Seine Initiativen bereiteten den Boden für die Modernisierung und Professionalisierung der handwerklich-technischen Ausbildung.

Leben

C. P. W. Beuth wurde am 28. Dezember 1781 im niederrheinischen Cleve als Sohn eines Arztes geboren.

Ab 1798 studierte er Rechts- und Kameralwissenschaften an der Universität Halle. 1801 trat er in den preußischen Staatsdienst ein. Schnell stieg er als Beamter auf.  1811 wurde er zum Geheimen Obersteuerrat in das preußische Finanzministerium berufen.

Ab 1817 gehörte Beuth als ein Reformer der Gewerbepolitik in Preußen dem neuen Handelsministerium an. Nach dessen Auflösung 1825 trat er in das Ministerium des Innern ein. Dort wurde er 1830 als Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat Direktor der Abteilung für Handel, Gewerbe und Bauwesen.

Seit 1821 war Beuth Mitglied des Staatsrats. 1844 erhielt er den Titel eines Wirklichen Geheimen Rates. Bereits ein Jahr später trat er aus Protest gegen die geplanten Einschränkungen der Gewerbefreiheit von seinen staatlichen Ämtern zurück.

Nach seinem Tod am 27.09.1853 erhielt Beuth ein Ehrengrab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte.

Innovator und Förderer

Beuth war ein Förderer von Bildung und Innovationen auf dem Gebiet der Natur- und Ingenieurswissenschaften.

Beuth war ab 1819 Direktor der „Technischen Deputation für das Gewerbe“. Die Vereinigung von Beamten, Bürgern, Wissenschaftlern und Unternehmer hatte sich der Erneuerung der preußischen Gesellschaft verschrieben: Nicht mehr eine abstrakte Gelehrsamkeit, sondern die praktische Anwendung von technischen Erfindungen sollten Industrie und Wirtschaft konkurrenz- und weltmarkfähig machen.

Von Reisen ins Ausland brachte Beuth – auch widerrechtlich – Zeichnungen, Modelle und sogar Teile von Anlagen mit, die er zu Hause prüfte und weiterentwickeln ließ. Außerdem ließ der die Mitbringsel u.a. aus England, Frankreich oder den Niederlanden in der Deputation auf Ihre Neuheit vorprüfen. Mit diesem bisher unbekannten Verfahren wies Beuth der späteren deutschen Patentgesetzgebung den Weg.

1821 rief Beuth nach englischem und französischem Vorbild den „Verein zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen“ ins Leben. Als Vereinsvorsitzende brachte eine der ersten technischen Zeitschriften in Deutschland auf den Weg: Die „Verhandlungen des Vereins zur Beförderung des Gewerbefleißes“ erschienen von 1822 bis 1930 und standen ganz im Sinne des wissenschaftlichen Austausches.

Reformer der Lehre

Beuths Ziel war die Gründung einer Lehranstalt, die nicht nur theoretischer Kenntnisse, sondern vor allem auch praktisch relevante Fertigkeiten vermitteln sollte.

Am 1. November 1821 wurde in den Räumlichkeiten des Vereins in der Klosterstraße die „Technische Schule“ eröffnet. Hier wurden junge, in einem Gewerbe tätige Menschen mit zusätzlichen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fertigkeiten für höhere Tätigkeiten qualifiziert. Die Schule wurde 1827 in den Stand eines „Königlichen Gewerbe-Institut“ erhoben und 1866 zur „Gewerbe-Akademie“ ausgebaut.

Vom Erfolg der Einrichtung zeugen die Karrieren zahlreicher Absolventen, unter ihnen Franz Grashof (1826 - 1893). Nach dem Maschinenbauer und Mitbegründers des „Vereins Deutscher Ingenieure“ wurde ein Gebäude auf dem Beuth-Campus benannt.

Die Technische Schule ging 1879 in der neu gegründeten „Königlich Technischen Hochschule zu Berlin“ (heute Technische Universität Berlin) auf.

An die Tradition der Beuth’schen „Technischen Schule“ knüpfte1909 die am Weddinger Zeppelinplatz neu eröffnete „Technische Mittelschule“ an. Seit 1912 trug sie den Namen „Beuth-Schule, Höhere Technische Lehranstalt“. Sie ist eine der direkten Vorgängereinrichtungen der heutigen Beuth Hochschule.

Andenken

Beuth war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einer der bekanntesten Reformer Preußens. Bereits seine Zeitgenossen bezeichneten ihn als den „Vater der Ingenieurwissenschaften“

Auf dem Schinkelplatz vor der Berliner Bauakademie erinnert ein bronzenes Standbild, im Ensemble mit Standbildern von Karl Friedrich Schinkel und Albrecht Daniel Thaer, an die Verdienste von Christian Peter Wilhelm Beuth.

Ein weiteres Standbild zeigt Beuth im Gespräch mit Wilhelm von Humboldt und befindet sich in der Berliner Burggrafenstraße vor dem Deutschen Institut für Normung (DIN), dessen Verlag ebenfalls den Namen Beuths trägt.

Neben dem Haus Beuth der Beuth Hochschule, einer Briefmarke der Deutschen Bundespost sowie mehreren Straßennamen in Berlin, Leipzig und Düsseldorf erinnert sogar eine Lokomotive mit dem Namen „Beuth“ im Deutschen Technikmuseum Berlin an seine Lebensleistung.

Die Beuth Hochschule bekennt sich seit 2009 mit ihrem Namen zu der angewandten Bildungs- und Wissenschaftstradition, für die Beuth steht. Mit seinem Fokus auf die praxisnahe Ausbildung von wissenschaftlich qualifizierten Fachkräften war er ein Vorreiter des deutschen Fachhochschulwesens.

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