Campus TXL und Campus LUX


Entwicklung

Die staatliche Beuth Hochschule wurde 1971 als Technische Fachhochschule (TFH) für 6.500 Studierende gegründet. Heute studieren hier mehr als 12.000 Studierende, davon 94 Prozent im MINT-Bereich.

Als Fachhochschul-Studienplätze verursachen sie lediglich 25 Prozent der Kosten von Universitäts-Studienplätzen (Quelle: Zuschussberechnung SenBiJuWi 2014).

Eine aktuelle Studie belegt den Wirtschaftsfaktor von Hochschulen für Berlin (16,2 Prozent des BIP) und hebt dabei insbesondere den hohen Kosten-Nutzen-Faktor der MINT-Bereiche hervor.

Flächendefizit

Der stetige Anstieg der Studierendenzahlen zwang die Beuth Hochschule Außenstellen anzumieten, die einer laborintensiven Nutzung nicht genügen.

Mit einem Gutachten der HIS GmbH wurde 2012 für die Beuth Hochschule ein Flächendefizit von 13.000m2 Nutzfläche (NF 1 - 6) bei einem Flächenbestand von 78.500 m2 ermittelt und von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft (SenBiJuWi) anerkannt.

(Die HIS GmbH ist eine von Bund und Ländern finanzierte unabhängige Gesellschaft für hochschulorganisatorische Beratungen. Für die Berechnung der Nutzfläche (NF gemäß DIN 277) hier wurden nur die Hauptnutzflächen 1 - 6 berücksichtigt, keine Nebennutzflächen wie WC-Anlagen, Flure etc. Ohne Außenstellen betrug das Defizit sogar 26.000 m2.)

Es wurde ein besonderer Mangel an Flächen festgestellt, die sich für Labornutzungen eignen.

Zwei themenzentrierte Standorte

Konzept der themenzentrierten Hochschule mit zwei Standorten
Hochschulstrategie „Stadt der Zukunft“ mit Verortung der
Kompetenz-Cluster an den Campi LUX und TXL

Die Senatsverwaltung beauftragte eine strategische Standortplanung für die Beuth Hochschule.

Diese ermittelte 2013 bauliche Erweiterungspotenziale am Standort Wedding.

Zudem entwickelte sie das Konzept der Hochschule mit zwei themenzentrierten Standorten, an denen die Kompetenz-Cluster der Hochschulstrategie Stadt der Zukunft verortet werden:

  • Campus TXL:
    Kompetenzcluster Urbane Technologien für die Stadt der Zukunft
  • Campus LUX (Wedding):
    Kompetenzcluster Leben in der Stadt der Zukunft,
    Kompetenzcluster Infrastrukturen für die Stadt der Zukunft

Ziel ist der Ausgleich des Flächendefizits durch Bauprojekte an den beiden Standorten mit der Aufgabe der ungenügenden und mietpreisabhängigen Außenstellen.

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Campus TXL – Nukleus der Urban Tech Republic im Terminalgebäude

Campus TXL | Die Hochschule im Terminalgebäude (Grafik: Behles&Jochimsen BdA et al.)
Campus TXL | Die Hochschule im Terminalgebäude (Grafik: Behles&Jochimsen BdA et al.)

Die besondere Qualität des Standorts Campus TXL liegt in den Synergien mit Wirtschaftsunternehmen im dort entstehenden Forschungs- und Industriepark Urban Tech Republic.

Gleichzeitig erhält das ikonenhafte Flughafengebäude durch die Beuth Hochschule als Erstbesiedlerin und Ankernutzerin einen angemessenen Nukleus.

Die Hochschule belegt das Terminal-Hexagon vollständig. So wird die notwendige Campus-Ausbildung ermöglicht sowie die geforderte strenge bauliche Trennung zum Terminal B mit dem Technologiezentrum für Start-Ups – gemäß den Förderrichtlinien der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

Die Hochschule plant, ihr Kompetenz-Cluster Urbane Technologien in die „Urban Tech Republic“ zu verlagern.

Es gibt einen hohen Bedarf an Freiraum-Laboren u. a. für erneuerbare Energien, E-Mobility und urbane Pflanzenforschung. Im engen innerstädtischen Raum des Campus LUX lässt sich dieser Bedarf nicht verwirklichen, am Standort TXL ist er mit direktem Bezug zu Innenraum-Laboren im bestehenden Gebäude umsetzbar.

Im Senatsbeschluss S-177/2015 wurde dieses Bedarfsprogramm mit ca. 2.400 Studierenden = 19.580 m2 Nutzfläche (NF 1 - 6) als schlüssiges Konzept für einen Standort mit ausreichend Strahlkraft festgelegt, da sich das Umfeld noch über Jahre als Baustelle darstellen wird.

Weitere Informationen rund um TXL: www.berlintxl.de

Projekt Campus TXL – Ablauf und Perspektive
Projekt Campus TXL – Ablauf und Perspektive

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Campus LUX – Neubau WAL (Wedding Advanced Laboratories)

Campus LUX - mit Projekt WAL (Grafik: Behles&Jochimsen BdA et al.)
Campus LUX - mit Projekt WAL (Grafik: Behles&Jochimsen BdA et al.)

Von der schlechten Nutzbarkeit der Außenstellen besonders betroffen sind die Studiengänge Biotechnologie, Lebensmitteltechnologie, Pharma- und Chemie-Technik. Aktuelle Gutachten belegen einen hohen Sanierungsbedarf hinsichtlich der 1988 installierten Labortechnik.

Der stetige Aufwuchs der Studienplatzkapazitäten kann inzwischen nicht mehr voll ausgeschöpft werden. Die gesetzlichen Bestimmungen schränken die Belegung der Labore ein. Der Mietvertrag ist letztmalig bis 2022 verlängert worden. Ohne einen adäquaten Ersatz droht die Schließung von Studiengängen mit dem Verlust von 1.200 Studienplätzen.

Um dies zu verhindern, hat die Hochschule 2013 den Labor-Neubau WAL mit 6.117 m2 Nutzfläche (NF 1 - 6) auf dem Gelände des Campus LUX im Verfahren der frühen Kostensicherheit angemeldet. Ein Kostentestat der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung von 53,3 Millionen Euro liegt vor.

Eine 2014 durch HIS erstellte umfassende Wirtschaftlichkeitsuntersuchung belegt die mit Abstand höhere Wirtschaftlichkeit des Neubaus WAL im Vergleich zur Bestandssanierung.

Angesichts eines Planungs- und Bauzeitraums von mindestens 5 Jahren wurde das Projekt in den Haushalt 2016/17 mit ersten Raten von jeweils 300.000 Euro aufgenommen. Damit ist der Planungsbeginn 2016 gesichert.

Projekt Campus LUX/WAL – Ablauf und Perspektive
Projekt Campus LUX/WAL – Ablauf und Perspektive

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Quellen

  • „Beuth Hochschule für Technik Berlin: Flächenkonzept“, HIS GmbH, 8/2012
  • „Standortplanung der Beuth Hochschule für Technik Berlin“, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Beuth Hochschule für Technik Berlin, Behles&Jochimsen BdA et al., 8/2014
  • Variantenuntersuchung Neubau/Sanierung für die Standortentwicklung der Beuth Hochschule für Technik Berlin“, Behles&Jochimsen BdA et al., 1/2013
  • „Wirtschaftlichkeitsuntersuchung Variantenvergleich Neubau/Sanierung zum Konzept WAL“, HIS-HE, 8/2014
  • „Wirtschaftsfaktor Hochschule“, Stifterverband für Deutsche Wissenschaft, 3/2013
  • „Senatsbeschluss Nr. S-3582/2011 Nachnutzung des Flughafens Tegel“, 12.04.2011
  • Drucksache Rote Nummer 1304A Hauptausschuss Berichtsauftrag Nr.: HA 40, 41. Sitzung des Hauptausschusses vom 25.9.2013, Wissenschaftsausschuss 01.03.2014
  • „Smart City“, Technologiestiftung Berlin, 12/2013; „BioTOP-Report 2014“, BioTOP Berlin-Brandenburg, 5/2014
  • „Wirtschaft und Wissenschaft: Berliner Industrie- und Innovationsstandorte“, IHK Berlin, 12/2010
  • „Positionspapier Nachnutzung Flughafen Tegel“, IHK Berlin, 7/2009

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