Biotechnologie

Masterstudiengang am Fachbereich V

NC: ja
Studienbeginn: Wintersemester, Sommersemester
Akkreditiert: ja
Abschluss: Master of Science
Fachsemester: 4
Vorpraktikum: nicht erforderlich
Homepage: https://studiengang.beuth-hochschule.de/bt

Voraussetzungen

Zulassungsbedingungen

  • Hochschulabschluss (Bachelor oder Diplom) in der Fachrichtung Biotechnologie mit einem Gesamtprädikat von mindestens „gut”
  • Über die Eignung von vergleichbaren Vorbildungen kann entschieden werden.
  • Englisch-Kenntnisse

Bewerbung

Bewerbungszeitraum

  • zum Wintersemester: 15. April bis 15. Juli
  • Sommersemester: 15. Oktober bis 15. Januar

Bewerbung

Das Studium

Studieninhalte

Das viersemestrige Masterstudium bereitet auf Tätigkeiten in wissenschaftsbezogenen Berufsfeldern vor. Die Absolventinnen und Absolventen sind in der Lage, selbstständig wissenschaftlich und anwendungsorientiert sowie fachübergreifend zu arbeiten und die wissenschaftlichen Erkenntnisse kritisch einzuordnen.

Das im Bachelorstudium erworbene Wissen in den Fachgebieten Biochemie, Zell- und Molekularbiologie und Bioprozesstechnik wird in den ersten beiden Semestern vertieft, insbesondere bezogen auf Anwendungen in der Medizin (zum Beispiel Molekulare Pharmakologie, Molekulare Medizin, Tissue Engineering) und auf biotechnologische Produktionsverfahren.

Das Forschungsprojekt im dritten Fachsemester bietet die Gelegenheit, sich mit ausgewählten Methoden ausführlicher zu befassen.

In der Abschlussarbeit im vierten Fachsemester sollen die Fähigkeiten zum anwendungsorientierten und selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten bewiesen werden.

Forschungsprojekt und Abschlussarbeit lassen sich auch gut mit einem Auslandsaufenthalt kombinieren.

Praxisbezug

Sowohl im dritten Semester (Forschungsprojekt) als auch im vierten Semester (Abschlussarbeit) wird den Studierenden die Gelegenheit geboten, weitgehend eigenständig experimentell zu arbeiten und nach eigenen Neigungen ausgesuchte Methoden zu vertiefen.

Berlin bietet mit seinen exzellenten Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der molekularen Medizin und den zahlreichen Biotech-Firmen ein hervorragendes Umfeld für die Durchführung interessanter Forschungsprojekte.

Zu weiteren Hochschulen und Forschungseinrichtungen bestehen gute Kontakte. Eigeninitiativen werden von uns gerne unterstützt.

Studiendauer und -abschluss

Die Regelstudienzeit beträgt vier Semester und führt zum Hochschulabschluss als Master of Science (M.Sc.).

Forschung und Entwicklung

Die Forschungsaktivitäten im Studiengang Biotechnologie sind thematisch eng mit den Studieninhalten verknüpft.

Viele Projekte werden kooperativ mit externen Partnern durchgeführt, häufig mit praktischen Arbeiten in den Unternehmen selbst. Studierende haben dadurch die Möglichkeit, direkt in anwendungsorientierten Projekten mitzuwirken. Über diese Kontakte werden zudem aktuelle Beiträge in der Lehre gewährleistet.

Prof. Dr. Stephan Hinderlich arbeitet an der Entwicklung neuartiger Medikamente, indem er die Zuckerstrukturen von Glykoproteinen gezielt verändert. Die Kooperation findet hier u. a. mit der Freien Universität Berlin, der Charité oder den Firmen ProBioGen und Glycotope statt.

Prof. Dr. Elisabeth Grohmann beschäftigt sich mit Hilfe von molekularbiologischen Methoden mit der Aufklärung der Mechanismen der Übertragung von Antibiotikaresistenzen und der Suche nach Alternativen zu Antibiotika. In diesem Zusammenhang kooperiert sie mit der Firma Largentec GmbH Berlin sowie mit Universitäten in Österreich, Spanien, Frankreich und USA.

Bei Prof. Dr. Steffen Prowe werden neue Schnellmethoden für die mikrobiologische Qualitätskontrolle unter GMP entwickelt, hier wird mit der Firma BIOTECON Diagnostics GmbH kooperiert. Über die Fachgruppe „Qualitätssicherung & Diagnostik der deutschen Mikrobiologen (VAAM)“ und dortige Industrievertreter sind weitere Kooperationen im Bereich dieses Berufsfeldes etabliert.

Prof. Dr. Peter Götz entwickelt mit modernen Methoden der Systembiotechnologie in einem europaweiten Projektverbund neuartige Prozessmodelle zur Optimierung der biotechnologischen Produktion. Im Bereich Bioverfahrenstechnik kooperiert er mit anderen Hochschulen und Firmen sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene.

Berufliche Perspektiven

Die Biotechnologie ist eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts.

Inzwischen gibt es in Deutschland über 600 Firmen, die sich mit Forschung, Entwicklung und Produktion auf dem Gebiet der modernen Biotechnologie befassen, aufgeteilt in fünf wichtige Anwendungsfelder:

  • Im Anwendungsfeld rote Biotechnologie werden Arzneimittel mit Hilfe von biotechnologischen Verfahren hergestellt, die auch bei der Entwicklung neuer Medikamente und Therapieformen sowie in der Diagnostik eine immer wichtigere Rolle spielen.
  • In der chemischen Industrie können immer mehr Substanzen anstelle aufwendiger chemisch-physikalischer Verfahren durch die sogenannte weiße Biotechnologie ressourcen- und umweltschonend produziert werden.
  • In der modernen Pflanzenzüchtung werden mit biotechnologischen Methoden (grüne Biotechnologie) gezielt Resistenzen gegen Schädlinge eingeführt oder die Zusammensetzung an Inhaltsstoffen verändert.
  • In der Umwelttechnik helfen biotechnologische Verfahren (graue Biotechnologie) bei der Bodensanierung, Abwasserbehandlung, Abluft- bzw. Abgasreinigung und Abfall- bzw. Reststoffverwertung.
  • Traditionell spielen biotechnologische Verfahren und Produkte eine große Rolle in der Lebensmittel- und der Getränkeindustrie.

Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs werden in Forschungseinrichtungen oder in der Industrie im Bereich Forschung und Entwicklung, in der Qualitätssicherung oder in der Produktion tätig sein.

Nach dem Masterstudium kann eine Promotion angeschlossen werden.

Studienplan

1. Semester
Modul Modulname SU SWS Ü SWS Cr P/WP FB
M01 GMP in der Biotechnologie 4 5 P V
M02 Bioprozesstechnik 4 5 P V
M03 Protein- und Glykobiotechnologie 4 5 P V
M04 Zellbiologie / Tissue Engineering 4 5 P V
M05 Ausgewählte Kapitel der Biotechnologie Teil A 4 P V
M06 Wahlpflichtmodul I 4 5 WP V
M07 Wahlpflichtmodul II 4 5 WP V
2. Semester
Modul Modulname SU SWS Ü SWS Cr P/WP FB
M08 Biostatistik 4 5 P V
M09 Industrielle Biotechnologie 4 5 P V
M10 Molekulare Medizin und Biologie 4 5 P V
M11 Molekulare Pharmakologie / Immunologie 4 5 P V
M12 Ausgewählte Kapitel der Biotechnologie Teil B 4 5 P V
M13 Wahlpflichtmodul III 4 5 WP V
M14 Wahlpflichtmodul IV 4 5 WP V
3. Semester
Modul Modulname SU SWS Ü SWS Cr P/WP FB
M15 Forschungsprojekt mit integrierter Übung 2 25 P V
4. Semester
Modul Modulname SU SWS Ü SWS Cr P/WP FB
M16 Abschlussprüfung 30 P V
M16.1 Abschlussarbeit 2 25 P V
M16.2 Mündliche Abschlussprüfung 5 P V
Wahlpflichtmodule
Modul Modulname SU SWS Ü SWS Cr P/WP FB
WP01 Bioinformatik (Sequenzanalyse) 2 2 5 WP V
WP02 Bioinformatik (Strukturanalyse) 2 2 5 WP V
WP03 DNA-Chips, Überexpression von Proteinen 4 5 WP V
WP04 Fermentations- und Aufarbeitungstechnik 4 5 WP V
WP05 Immunologisches Praktikum 4 5 WP V
WP06 Praktikum zur Industriellen Biotechnologie 4 5 WP V
WP07 Proteomics/Biosensoren 4 5 WP V
WP08 Phagen-Display, Glykoanalytik 4 5 WP V
WP09 Zell- und Gewebekultur 4 5 WP V
WP10 Extremophile Mikrobiologie & Qualitätskontrolle 4 5 WP V

Quelle: Amtliche Mitteilung, 32. Jahrgang, Nr. 72 vom 11.04.2011

SWS: Semesterwochenstunden, SU: Seminaristischer Unterricht, Ü: Übung, P: Pflichtmodul, WP: Wahlpflichtmodul, Cr: Credits, LP: Leistungspunkte, AW: allgemeinwissenschaftlich, FB: für die Durchführung eines Moduls zuständiger Fachbereich