Fachbegriffe

Dissertation

Eine Dissertation (umgangssprachlich auch „Diss“) ist die schriftliche Form der Doktorarbeit, die sich auf die eigene Forschung stütz und neue Erkenntnisse in dem bestimmten Fach erbringen soll. Sie dient als Beweis, dass die Promovendin selbstständig wissenschaftlich arbeiten kann.

Drittmittel

Drittmittel sind Gelder, mit denen sich Hochschulen zusätzlich zu den internen Mitteln finanzieren. Diese Gelder kommen entweder vom Staat (z.B. von bestimmten Bundesministerien), der EU oder von privaten Unternehmen. Das Einwerben und Beantragen von Drittmitteln wird auch Drittmittelakquise genannt.

Exposé

Ein Exposé ist eine schriftliche Kurzfassung des eigenen Forschungsvorhabens, ein "Fahrplan". Darin steht, welche Fragen die Doktorarbeit beantworten soll, welche Methoden dafür eingesetzt werden und in welchen Schritten die Fragen beantwortet werden. Das Exposé umfasst 5-15 Seiten und wird üblicherweise bei der Bewerbung für eine Promotion bei der/dem Betreuer*in eingereicht.

Kumulative Promotion

Eine kumulative Promotion (auch als Publikations- oder Sammeldissertation bezeichnet) ist eine Doktorarbeit, die aus mehreren (2-3) kürzeren Werken besteht. Diese werden im Laufe der Promotion in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht. Die Publikationen benötigen ein gemeinsames übergeordnetes Thema, da sie am Ende der Promotion, ergänzt um Einleitung und Fazit, als Gesamtwerk abgegeben werden. Diese Art von Promotion ist besonders in den Natur- und Wirtschaftswissenschaften eine häufige Veröffentlichungsform.

Das Gegenteil einer kumulativen Promotion ist eine Monografie – eine Doktorarbeit, die aus einem einzelnen längeren Text besteht.

Promotionsausschuss

Eine universitäre Arbeitsgruppe, die Entscheidungen über das Promotionsverfahren trifft und beschließt, u. a., unter welchen Bedingungen Absolvent*innen (auch aus Fachhochschulen) zur Promotion zugelassen werden.

Promotionsordnung

In der Promotionsordnung werden die Rahmenbedingungen einer Promotion und des gesamten Verfahrens festgelegt. In der Regel haben Fakultäten bzw. Fachbereiche eigene Promotionsordnungen, es gibt jedoch auch universitätsübergreifende Vereinbarungen. U. a. regeln Promotionsordnungen die Zulassungsbedingungen (auch für FH-Absolvent*innen), die zugelassenen Sprachen, in denen eine Dissertation verfasst werden darf, wie auch die Veröffentlichungsarten. Promotionsordnungen werden normalerweise auf den Seiten der Fakultäten bzw. Universitäten veröffentlicht.

Promotionsvereinbarung (auch Betreuungsvereinbarung)

Die Promotionsvereinbarung ist eine Art Vertrag zwischen der Promovendin und der Betreuungsperson über deren Arbeitsverhältnis während der gesamten Promotionszeit. Darin werden verschiedene Aspekte der Zusammenarbeit festgehalten, die zum Teil aus der Promotionsordnung geleitet werden. Die Vereinbarung kann mündlich oder schriftlich festgehalten werden und umfasst, u. a., den Promotionstitel, den Erstellungsplan, die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis, sowie die Rechte und Pflichten der Promovendin und der Betreuungsperson.

Promotionsstelle (auch Qualifizierungsstelle)

Eine Promotionsstelle ist eine Arbeitsstelle an der Hochschule, auf der die durch eine Ausschreibung ausgewählte Person ihr Promotionsvorhaben bearbeiten soll. In der Regel handelt es sich um eine auf 3 Jahre befristete Stelle mit 75% der wöchentlichen Arbeitszeit, bezahlt nach TV-L E 13. Eine fachliche Betreuung bzw. Mentoring durch eine*n Professor*in der Hochschule ist vorgesehen. Die Stelle sieht vor, dass Promovend*innen an der Hochschule auch unterrichten (üblicherweise 4 SWS ab dem zweiten Semester). Auf einer Promotionsstelle gehört man der Statusgruppe der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen an.

TV-L E 13

Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder sind in den „Tarifvertrag für die Länder im öffentlichen Dienst“, kurz TV-L, eingruppiert. Der Vertrag umfasst 15 Entgeltgruppen („E“), jede Entgeltgruppe enthält wiederum 6 Gehaltsstufen. Eingruppiert in die Entgeltgruppen 13 bis 15 sind Beschäftigte an Positionen, für deren Ausübung ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium verlangt wird.

Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG)

Ein Gesetz über befristete Arbeitsverträge in der Wissenschaft. Hier ist vor allem die Zwölf-Jahres-Regel wichtig, die besagt, dass Beschäftigte in der Wissenschaft insgesamt zwölf Jahre lang befristet angestellt sein dürfen - sechs Jahre vor und sechs Jahre nach der Promotion. Nach dieser Zeit können Wissenschaftler*innen nur noch unbefristete Stellen besetzen. Bei einigen Drittmittelstellen und bei Elternzeitvertretungen greift diese Regelung nicht, sodass befristete Beschäftigungen über diesen Zeitrahmen hinaus erfolgen können.

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