Antidiskriminierung & diversitysensible Hochschule

Sie sind Mitglied der Beuth Hochschule für Technik und würden gern mehr über Antidiskriminierungsarbeit erfahren? Oder interessieren Sie sich für eine Weiterbildung zum Beispiel zum Thema Gendersensibilisierung, Interkulturelle Kompetenz oder rechtlicher Diskriminierungsschutz? Oder haben Sie Fragen, wie man diskriminierungsfrei spricht und schreibt? 

Wir sind für Sie da! Schreiben Sie eine E-Mail an gutz[at]beuth-hochschule.de oder rufen Sie uns an 030 4504-5140.


Postkarten

Derzeit werden im Gender- und Technik-Zentrum zusammen mit der Künstlerin Janna Baibatyrova Postkarten zum Thema Antidiskriminierung entwickelt. Sie behandeln einzelne Kategorien, zum Beispiel Alter, Behinderung, Gender oder Elternschaft. Die Postkarten sollen Menschen sensibilisieren, für die das Thema Antidiskriminierung noch ganz neu ist. Sie informieren in einfacher Sprache zu den einzelnen Themen und regen zum Nachdenken an.

Die noch ausstehenden Postkarten werden, sobald sie fertig sind, hier veröffentlicht. Alle bereits erstellten Karten können auf Anfrage bei uns kostenfrei bestellt werden.

Sollten Sie Fragen, Anmerkungen oder Kritik zu den Motiven oder den Texten haben, schreiben Sie uns gern: gutz[at]beuth-hochschule.de.


Gender

Bildbeschreibung: Verschiedene Personen mit unterschiedlichen Geschlechtern, Hautfarben und Kleidungsstücken sind vor der Beuth Hochschule zu sehen.

Text auf der Rückseite: Das Geschlecht oder Gender ist Teil der Identität eines Menschen. Bei der Geburt wird uns auf Grund bestimmter Merkmale ein Geschlecht („männlich“ oder „weiblich“) zugeschrieben. Wenn dies nicht möglich ist, spricht man von Intergeschlechtlichkeit. Wenn sich Personen nicht mit dem zugeschriebenen Geschlecht identifizieren, spricht man von Transgeschlechtlichkeit.
Seit 2018 gibt es in Deutschland die so genannte „Dritte Option“. Damit ist es unter eingeschränkten Bedingungen möglich, den Geschlechtseintrag „divers“ („d“) eintragen oder keinen Eintrag vornehmen zu lassen.


Alter

Bildbeschreibung: Auf dem Bild ist eine alte, weibliche Person mit verschränkten Armen zu sehen. Über ihr steht das Wort "Hackerin".

Text auf der Rückseite: „Junge Leute sind nicht verantwortungsbewusst.“ „Alte Menschen können nicht mit dem PC umgehen.“

Hinter den Zuschreibungen „zu jung“ oder „zu alt“ stecken Vorurteile wie etwa, dass junge Menschen unerfahren und ältere unflexibel seien. Altersdiskriminierung (Ageism) bedeutet die soziale und ökonomische Benachteiligung von Personen und Gruppen aufgrund ihres Lebensalters.
Altersdiskriminierung kann sich in ungleichen Gehältern oder Schwierigkeiten beim Jobwechsel zeigen, beeinflusst aber auch andere Lebensbereiche, zum Beispiel, wen wir als attraktiv empfinden.


Sexuelle Identität

Bildbeschreibung: Auf dem Bild sitzt eine Person mit langen Haaren auf dem Schoß einer einer kurzhaarigen Person im Rollstuhl und schwenkt eine Regenbogenfahne.

Text auf der Rückseite: Lesbisch, schwul und bi – das sind nur einige Beispiele für die Vielfalt sexueller Identitäten. Für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt wird manchmal queer als Oberbegriff genutzt. Trotz der zunehmenden Sichtbarkeit vielfältiger sexueller Identitäten, wird Heterosexualität weiterhin als soziale Norm dargestellt.
LGBTQIA+-Menschen (lesbian, gay, bisexual, trans, queer, intersex, asexual) sind auch heute noch Feindlichkeiten ausgesetzt. Dies äußert sich zum Beispiel im Gebrauch von homo- und bi-feindlichen Schimpfwörtern oder bei der schwierigen rechtlichen Anerkennung nicht-heterosexueller Beziehungen.


Elternschaft

Bildbeschreibung: Auf dem Bild sitzt ein Kind auf den Schultern seiner Mutter und verdeckt mit den Händen ihr Gesicht. Die Mutter hält ein geöffnetes Buch vor sich. Im Hintergrund sind ein Schreibtisch und ein Schrank mit Unterlagen zu sehen.

Text auf der Rückseite: Alleinerziehend? Als Paar? Als Gemeinschaft?
Elternschaft bedeutet Verantwortung und ist von vielen Faktoren beeinflusst. Kinder haben zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Bedürfnisse. Daher brauchen Eltern flexible Regelungen, um verschiedene Lebensbereiche zu vereinbaren, wie zum Beispiel Studium, Job oder Freizeit. Hinzu kommt, dass bei mehreren Elternteilen die Arbeitsteilung in Bezug auf Kinder und Haushalt oft ungleich verteilt ist. Eine familienfreundliche Organisation muss all das berücksichtigen.


Soziale Herkunft

Bildbeschreibung: Auf dem Bild hält eine Studentin stolz ihr Masterzeugnis in der Hand. Ihre Mutter hält sie dabei im Arm. Über den beiden steht die Überschrift "Erste mit Hochschulabschluss".

Text auf der Rückseite: Folge deinem Traum! Wenn ich es geschafft habe, dann schaffst du es auch!

Diese Aussagen verschleiern, dass es nur teilweise in unserer Macht liegt, unseren Lebensweg selbst zu gestalten. Schulabschluss, Freundeskreis oder Berufswahl werden durch die soziale Herkunft beeinflusst. Sie ist das Umfeld in das wir hinein geboren werden und bestimmt, wie wir sprechen, handeln und was wir für möglich halten. Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft erfolgt oft durch Institutionen und ist selten auf den ersten Blick erkennbar.


Religion und Weltanschauung

Bildbeschreibung: Man sieht drei Personen unterschiedlicher Hautfarben gemeinsam und freundschaftlich in einem Labor stehen. Die Person links trägt eine Bluse, große Ohrringe und ein Kreuz um den Hals. Die Person in der Mitte trägt einen Laborkittel und ein Kopftuch. Die Person rechts trägt einen langen Rock und hat an der Seite abrasierte Haare.

Text auf der Rückseite: Die Freiheit von verschiedenen Religionen und Weltanschauungen ist durch das Grundgesetz geschützt – sie ist „unverletzlich“. Diese formale Unverletzlichkeit umfasst das Ausleben, aber auch die eigenen Überzeugungen frei äußern zu dürfen. Um die religiöse und weltanschauliche Freiheit zu gewährleisten, sind staatliche Einrichtungen zur Neutralität verpflichtet. In der Praxis sieht es jedoch anders aus: Das Gebot der Neutralität kann auch Diskriminierungen verbergen, zum Beispiel wenn eine scheinbar neutrale Regel bestimmte Gruppen diskriminiert. Oft ist das mit weiteren Diskriminierungsformen, wie Rassismus und Sexismus, verknüpft.