Aktuelles und Termine


Veranstaltungen

MAI
03

Mo, 03.05.2021, 12:00 Uhr

Fachdialog


Zum Internationalen Frauentag: Feiern oder Fordern?

Der 8. März ist ein Aktionstag mit Tradition und verbunden mit konkreten politischen Forderungen nach der Gleichberechtigung für Frauen. Das Wahlrecht für Frauen ist zwar durchgesetzt und der Zugang zu Studium und Beruf scheint offen und frei. Doch insbesondere das letzte Jahr hat gezeigt, wie stark sich die Lebenswirklichkeiten politisch, sozial und beruflich von Frauen und Männern unterscheiden:

  • Wer trägt die Lasten im Pflegebereich bei schlechter Vergütung und Arbeitsbedingungen?
  • Wer leistet zusätzlich zum Beruf und Studium, wenn Kitas und Schulen schließen?
  • Wer ist betroffen von zunehmender häuslicher Gewalt in der Pandemie?
  • Sind Last und Leistungen wirklich gleichberechtigt verteilt?
  • Ist das gerecht? Oder vollzieht sich über die Retraditionalisierung der Rückschritt in alte „Geschlechterarrangements“ zu Lasten von Frauen?

Eine solidarische Haltung ist gefragt, da wir nicht alle den gleichen Bedingungen ausgesetzt sind, nicht alle die gleichen Privilegien genießen. Wir alle können uns dafür entscheiden, geschlechtsspezifische Voreingenommenheit und Ungleichheit in Frage zu stellen. Es ist notwendig, hier und jetzt, laut und deutlich konkrete Forderungen zu stellen:

  • Angemessene Bewertung der Stellen, die in Service und Dienstleistung angesiedelt sind (z.B. Fachbereichsverwaltungen)!
  • Kein Sexismus im Umgang miteinander!
  • Kein Tagen der Gremien der Hochschule nach 18 Uh, wenn Kita und Hort bereits zu haben!
  • Bildet technische Berufe und Studiengängen klischeefrei ab, keine Frauen als Assistenzfiguren!
  • Bezieht gesellschaftliche Fragestellung, insbesondere die Folgen des Einsatzes von Technologien in allen Studiengängen regelhaft mit ein! Für eine nachhaltige Zukunft in Frieden!
  • Bietet breite Zugänge zur Professur für Frauen z.B. durch späte Promotion nach einer Praxisphase und fachliche Quereinstiege
  • Keine Abwertung fachlicher Leistung durch Geschlecht, Familienzeiten oder „krummer“ Lebensläufen mit prekären Beschäftigungen

Es ist noch viel zu tun. Lasst uns heute feiern und morgen die Forderungen umsetzen.

Ihre Susanne Plaumann


Unterstützung beim Homeschooling

Ist ihre Anwesenheit in Präsenz an der Hochschule zwingend erforderlich und sie wissen nicht, wie sie parallel das Homeschooling organisieren sollen? Seit dem 15. Februar 2021 ist das Pilotprojekt "Flexible Notbetreuung in Unterrichtsform für Kinder von Mitarbeiter*innen" gestartet: Um unbedingt erforderliche Anwesenheiten in der Hochschule in Ausnahmefällen zu ermöglichen (nur in Präsenz auszuführende Arbeiten), haben Sie die Möglichkeit, kostenfrei ihre Kinder in die zeitweise Betreuung einer als Grundschullehrerin ausgebildeten Kollegin zu geben.

Es werden dabei Aufgaben bearbeitet, die die Kinder für das Homeschooling erhalten haben. Oder Passagen aus Schulbüchern und Aufgabenhefte, die die Kinder mitbringen. Unter Einhaltung der Hygieneregeln (mit medizinischer Maske und mit Abstand) mit regelmäßigen Pausen, werden die Kinder adäquat begleitet. Die sind die wichtigsten Punkte:

  • Notbetreuung für Grundschulkinder
  • Bearbeiten von Unterrichtsmaterial, welches die Kinder mitbringen
  • Betreuung max. 5 Stunden pro Tag
  • Anmeldung 24 Stunden vorher
  • Nutzen von Lehrräumen B 039 (oder umliegend)

Die Anmeldung erfolgt per E-Mail über den Bereich Hochschulsport.


Neues Gesetz verbessert Diskriminierungsschutz

Als erstes Bundesland hat Berlin ein Antidiskriminierungsgesetz beschlossen. Das Gesetz schützt diskriminierte Personen und gilt auch für Hochschulen. Damit unterstützt es die Beuth Hochschule beim Thema Antidiskriminierung und erleichtert es Betroffenen, sich zu wehren.

Die Beuth Hochschule setzt sich dafür ein, allen Hochschulmitgliedern ein diskriminierungsfreies Studien-, Arbeits- und Lehrumfeld zu ermöglichen. Das am 4. Juni 2020 beschlossene Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG) ergänzt diese Aktivitäten und bietet juristisches Handwerkszeug, um sich gegen Benachteiligung zur Wehr zu setzen.

Das LADG stärkt die Rechte von Berliner*innen gegen Diskriminierung durch öffentliche Stellen des Landes Berlin und schließt bestehende Schutzlücken. Unter öffentlichen Stellen sind z.B. Schulen, Polizei und Bürgerämter, aber auch Hochschulen sowie Gerichte zu verstehen. Diese Stellen durften zwar schon vorher nicht diskriminieren, das LADG regelt Rechte allerdings noch einmal konkreter und ist somit Erfüllung eines verfassungsrechtlichen Auftrages. Festgelegt ist ein breiter Katalog sozialer Kategorien, der Diskriminierung verbietet aufgrund:

  • der ethnischen Herkunft,
  • einer rassistischen Zuschreibung,
  • einer antisemitischen Zuschreibung,
  • der Sprache,
  • der Religion,
  • der Weltanschauung,
  • einer Behinderung,
  • einer chronischen Erkrankung,
  • des Lebensalters,
  • der sexuellen Identität,
  • der geschlechtlichen Identität,
  • des sozialen Status sowie
  • des Geschlechts.

Damit ergänzt das LADG die Kategorien aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) um chronische Erkrankungen und den sozialen Status. Auch die explizite Erwähnung rassistischer und antisemitischer Zuschreibung sowie von Sprache konkretisieren Diskriminierungsverbote im Vergleich zum AGG.

Was verändert sich mit dem LADG?

Ein zentraler Bestandteil des neuen Gesetzes ist die Beweislasterleichterung. Diese ermöglicht es Berliner*innen eine Diskriminierung geltend zu machen, indem sie Tatsachen glaubhaft machen, die eine Diskriminierung überwiegend wahrscheinlich machen. Damit genügt es, wenn etwas mehr Tatsachen für eine Diskriminierung sprechen als gegen sie. Dann ist die Behörde verpflichtet zu beweisen, dass keine Diskriminierung stattgefunden hat.

Zudem ermöglicht das LADG Verbänden zu klagen (sog. Verbandsklagerecht). Damit ist ein wichtiger Schritt getan, um das strukturelle Ungleichgewicht zwischen einer einzelnen Person und Behörde auszugleichen. Hier gibt es folgende Möglichkeiten: Menschen, die eine Diskriminierung durch eine Berliner Behörde erfahren haben, können ihre Klagerechte an einen Verband übertragen, der dann für sie den Fall vor Gericht bringt. Zudem darf ein Verband auch eigeninitiativ klagen ohne in einem Recht verletzt zu sein, wenn er einen diskriminierenden Sachverhalt beobachtet. Dieser Sachverhalt muss dann aber über die Diskriminierung einer einzelnen Person hinausgehen.

Mit Inkrafttreten des Gesetzes wird auch eine weisungsunabhängige Ombudsstelle eingerichtet. Diese Stelle wird jetzt aufgebaut und soll Personen kostenlos bei der Durchsetzung ihrer Rechte beraten. Zudem kann sie Informationen und Stellungnahmen bei Behörden, aber auch Sachverständige und Gutachten einholen.

Betroffene haben außerdem Anspruch auf Schadensersatz oder Entschädigung, wenn eine Behörde gegen das Diskriminierungsverbot verstoßen hat. Auch hier erleichtert – im Vergleich zum AGG – die Frist von einem Jahr, den Anspruch geltend zu machen.

Was bedeutet das für Hochschulen?

Das LADG schließt eine Schutzlücke des AGG. Mit Inkrafttreten des LADG sind Studierende vor Diskriminierung durch die Hochschule und deren Vertreter*innen geschützt. Beispielsweise können Studierende mit chronischen Erkrankungen sich nun wehren, wenn die Erkrankung eine verlängerte Prüfungszeit erfordert, diese aber nicht gewährt wird.

Und nun?

Geplant ist, dass das Gesetz mit Sensibilisierungsmaßnahmen und Fortbildungen begleitet wird. Hierfür stellt das Land begrenzte Gelder zur Verfügung. Aber auch Behörden haben durch das Gesetz den expliziten Auftrag erhalten, ihre Organisation auf strukturelle Diskriminierung hin zu überprüfen. Dienst- und Führungskräfte sind von nun an verpflichtet, Diversity-Kompetenzen auf- und auszubauen. Inwiefern sich die rechtlichen Verpflichtungen in öffentlichen Institutionen niederschlagen, wird sich zeigen.

"Mit der Verabschiedung setzt Berlin ein wichtiges Signal nach außen: Diskriminierung, insbesondere durch Behörden, ist leider Alltag für viele Menschen. Das LADG macht diese Probleme sichtbar und ermöglicht es den Betroffenen, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen."

— Anja Goetz, Koordinatorin der AG Diversity und Chancengleichheit

Zum Weiterlesen

  Fragen und Antworten zum LADG

  Artikel auf Legal Tribune Online zum LADG


Dienstvereinbarung Mobile Arbeit

Die Dienstvereinbarung zum alternierenden mobilen Arbeiten an der Beuth HS wurde Ende April von der Präsidentin und dem Personalrat unterzeichnet. Ab sofort können Sie einen Antrag über Ihre Fachvorgesetzte/ Ihren Fachvorgesetzten an das Personalreferat stellen.