Kooperative Promotion

Die kooperative Promotion an Fachhochschulen

Bei einer kooperativen Promotion arbeiten je eine Fachhochschulprofessorin bzw. ein Fachhochschulprofessor und eine Universitätsprofessorin bzw. ein Universitätsprofessor bei der Betreuung und Begutachtung eines Promotionsvorhabens zusammen.

In Berlin haben ausschließlich die Universitäten das Recht, den Doktorgrad zu verleihen (= Promotionsrecht). Daher müssen alle Promovierenden, die ihr Promotionsvorhaben an einer Fachhochschule bearbeiten oder/ und von einer Fachhochschulprofessorin oder einem Fachhochschulprofessor betreut werden, das Promotionsverfahren an einer Universität durchlaufen. 

Bei einer kooperativen Promotion wird das Promotionsverfahren also an der Universität durchgeführt, obwohl das Promotionsvorhaben an einer Fachhochschule bearbeitet wird und/ oder von einer FH-Professorin oder einem FH–Professor betreut und begutachtet wird. Dies bedeutet, dass eine Universitätsprofessorin oder ein Universitätsprofessor sich bereiterklären muss, das Promotionsvorhaben an der Universität zu betreuen, die Zulassung des Promotionsvorhaben vor dem Promotionsausschuss des jeweiligen Fachbereichs zu vertreten, das Promotionsverfahren zu organisieren und das Erstgutachten über die Dissertation anzufertigen. 


Kooperatives Promovieren an der Beuth Hochschule

Betreuung und Beratung

Die kooperativ Promovierenden der Beuth Hochschule werden im Zentrum für Forschung und Innovation administrativ und organisatorisch betreut und beraten.

Kooperationsvereinbarungen

Zur gemeinsamen Betreuung von kooperativ Promovierenden hat die Beuth Hochschule Kooperationsverträge mit der Technischen Universität Berlin und der Humboldt Universität Berlin abgeschlossen. Auf der Basis dieser Kooperationsverträge können  individuelle Kooperationsvereinbarungen zwischen der Beuth Hochschule und der jeweiligen kooperierenden Universität abgeschlossen werden.

In diesen Vereinbarungen wird die gemeinsame Betreuung  einer oder eines kooperativ Promovierenden und ihres oder seines Promotionsvorhabens durch eine FH-Professorin oder einen FH-Professor und eine Universitätsprofessorin oder einen Universitätsprofessor verabredet. Mit Hilfe einer solchen Vereinbarung wird der Status als kooperativ Promovierende oder kooperativ Promovierender der Beuth Hochschule nachgewiesen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, eine Kooperationsvereinbarung abzuschließen.

Kooperationsvereinbarung zwischen der Humboldt Universität zu Berlin und der Beuth Hochschule
Kooperationsvereinbarung zwischen der Technischen Universität Berlin und der Beuth Hochschule

Betreuungsvereinbarung 

Zusätzlich empfiehlt es sich, eine Betreuungsvereinbarung zwischen der oder dem kooperativ Promovierenden und der betreuenden Professorin oder dem betreuenden Professor der Beuth Hochschule abzuschließen. In einer solchen Betreuungsvereinbarung werden die Bedingungen der Betreuung und der Zusammenarbeit zwischen der oder dem kooperativ Promovierenden der Beuth Hochschule und der betreuenden Beuth Professorin oder dem Beuth Professor verabredet.

Erfassung des Promotionsvorhabens

Für die optimale Unterstützung und Beratung der kooperativ Promovierenden benötigen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zentrums für Forschung und Innovation Informationen über die kooperativ Promovierenden der Beuth Hochschule und ihre Promotionsvorhaben. Aus diesem Grund sollten sich alle kooperativ Promovierenden mit dem ausgefüllten Erfassungsbogen bei der Beuth Hochschule unter promovieren[at]beuth-hochschule.de anmelden.

Finanzierung

Zur Förderung von kooperativen Promotionen vergibt die Beuth Hochschule Promotionsstipendien und Promotionsstellen:

  1. Promotionsstipendien werden zweimal jährlich an hochqualifizierte Absolventinnen und Absolventen für die Vorbereitung bzw. die Abschlussfinanzierung von Promotionsvorhaben vergeben. Die Stipendien haben eine Höhe von 1.250 Euro monatlich und haben eine Laufzeit von zunächst 12 Monaten. Eine einmalige Verlängerung eines Stipendiums um weitere 6 Monate ist auf Antrag möglich.
     
  2. Qualifikationsstellen zur Promotion (TV-L 13; 75 %) werden von der Beuth Hochschule einmal jährlich in einem Wettbewerbsverfahren an ihre forschungsstarken Professorinnen und Professoren vergeben und in der Folge öffentlich ausgeschrieben.

Es ist außerdem möglich als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem Drittmittel-geförderten Forschungsprojekt kooperativ zu promovieren.


Häufig gestellt Fragen

Mit einer Promotion wird der höchste akademische Grad als Doktorin bzw. Doktor verliehen und die Befähigung zum selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten nachgewiesen. Die Promotion besteht aus zwei Teilen: einer schriftlichen Doktorarbeit („Dissertation“) und einer mündlichen Verteidigung oder Prüfung („Disputation“ oder „Rigorosum“). Die Doktorarbeit dient dazu, sich mit einer Forschungsfrage aus einem Fachgebiet vertieft auseinander zu setzen und  dabei neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Der Doktortitel wird nach dem erfolgreichen Abschluss der Promotion und der Veröffentlichung der Doktorarbeit verliehen.

Es gibt zwei Wege zu promovieren: die individuelle Promotion und die Promotion in einem strukturierten Promotionsprogramm.

Bei einer individuellen Promotion wird die Doktorarbeit in Eigenregie geschrieben. Dabei wird die Promovendin von einer selbstgewählten Professorin (Doktormutter) oder einem Professor (Doktorvater) des jeweiligen Fachbereiches betreut. Mit Doktormutter oder -vater wird das Thema des Promotionsvorhabens und das Verfahren im Vorfeld abgestimmt.

Als erster Schritt zu einer individuellen Promotion müssen die betreuende Doktormutter bzw. der Doktorvater selbständig gefunden werden. Hier macht es Sinn, sich folgende Fragen vorher zu überlegen:

  1. Welche Idee oder Ideen habe bezüglich des Themengebiets für die Promotion? Was möchte ich erforschen? Was ist interessant genug, damit ich mich länger damit beschäftigen kann und will?
  2. Welche Professorin oder welchen Professor kenne ich noch aus dem Studium, von meiner Abschlussarbeit oder von einer Tätigkeit als studentische Hilfskraft? Mit wem komme ich gut klar? Wer kennt sich in dem Themengebiet, in dem ich promovieren möchte, aus und forscht dazu?

So vorbereitet kann eine Professorin oder ein Professor angesprochen werden – als Erstkontakt, um „vorzufühlen“, wie sie oder er zu der Promotionsabsicht steht und ob und welche Unterstützung sie oder er dabei leisten kann. Es ist angemessen, dies in einem persönlichen Gespräch zu tun und nicht nur eine E-Mail zu schreiben. In einem Gespräch kann ggf. auch das Promotionsthema konkretisiert werden und es können Betreuungsmodalitäten besprochen werden. Bei der Auswahl der Betreuerin bzw. des Betreuers ist es sinnvoll, sowohl fachliche als auch persönliche Aspekte zu berücksichtigen, da es sich im besten Falle um eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit über einen   längeren Zeitraum handelt.

Auch wenn die kontaktierte Professorin bzw. der Professor selbst nicht als Betreuende fungieren können: Professorinnen und Professoren haben in der Regel Kontakte in die wissenschaftliche Community und kennen andere Professorinnen und Professoren, die als Doktormutter bzw. Doktorvater in Betracht kommen könnten. Auch haben Fachhochschulprofessorinnen bzw. Fachhochschulprofessoren häufig Kontakte zu Universitätsprofessorinnen und -professoren.

Um die weiteren Schritte zu gehen, wie den Promotionsausschuss zu kontaktieren und den formellen Promotionsantrag zu stellen, ist es dann erforderlich, ein Exposé zu verfassen, in dem das Promotionsvorhaben inhaltlich und methodisch erläutert wird. Dazu ist im Vorfeld einiges an Recherchearbeit zu tun, denn der aktuelle Forschungsstand im gewählten Themengebiet muss bekannt sein und die Promotion soll einen neuen und möglichst innovativen Forschungsbeitrag leisten.

Es gibt unterschiedliche Wege und Möglichkeiten für die Finanzierung einer individuellen Promotion:

  1. Durch Förderung mit einem zeitlich befristeten Promotionsstipendium
  2. Über eine befristete Arbeitsstelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fachhochschule oder an der Universität in einem Forschungsprojekt mit Bezug zum Promotionsthema
  3. In Verbindung mit einem konkreten Forschungsprojekt in der Industrie oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung
  4. Über eine (Teilzeit-)Berufstätigkeit ohne Bezug zum Promotionsthema

Eine gute Quelle für Stipendien in unterschiedlichen Lebenslagen bietet www.mystipendium.de. Auch die Beuth Hochschule bietet kurze Promotionsstipendien, die ideal für den Einstieg oder Abschluss einer Promotion sind.

Grundsätzlich besteht bei der Förderung durch ein Stipendium eine größere individuelle Freiheit bezüglich des Promotionsthemas und der Art der Bearbeitung. Allerdings bietet die Finanzierung über eine Arbeitstätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Möglichkeit, direkt in die Arbeit an einer Hochschule bzw. einem Lehrstuhl eingebunden zu sein. Dies bedeutet auch oft mehr Austausch mit der betreuenden Professorin bzw. dem Professor sowie mit Kolleginnen und Kollegen, die auch promovieren, und zudem gute Kontaktmöglichkeiten in die wissenschaftliche community. Auf vielen Promotionsstellen können Erfahrungen in der Hochschullehre gesammelt werden, was für eine Hochschulkarriere wichtig ist.

Bei einer unternehmensnahen Promotion müssen wissenschaftliche und wirtschaftliche Interessen zusammengebracht werden. Es kann anwendungsorientiert gearbeitet werden und es bieten sich in der Regel gute Kontakte für die weitere berufliche Karriere.

Eine Berufstätigkeit ohne Bezug zum Promotionsthema bietet zwar in der Regel größere Freiheiten aber weniger Zeit, sich mit der Promotion zu befassen. Hier sollte genau überlegt werden, ob die Promotion dann noch in einem zeitlich überschaubaren Rahmen zu leisten ist.

Wird im Rahmen eines strukturierten Promotionsverfahren promoviert, ist die Finanzierung über eine Promotionsstelle oder ein Stipendium (befristet) gesichert.

Auch im Rahmen eines Graduierten- oder Promotionskollegs oder einer Graduiertenschule kann promoviert werden.  Die Plätze in diesen Promotionsprogrammen werden öffentlich ausgeschrieben und bieten ein Stipendium oder eine (Teilzeit-)Arbeitsstelle als Nachwuchswissenschaftlerin – womit auch schon die Finanzierung gesichert ist! Das Thema der Promotion muss zur übergeordneten Fragestellung des Promotionsprogramms passen bzw. daran angepasst werden. Den Promovierenden im Programm stehen mehrere Betreuerinnen bzw. Betreuer zur Verfügung.

Eine Übersicht über Promotionsprogramme in Berlin und Potsdam bietet die Internetseite www.doctoral-programs.de.