Geschlechtergerechte Berufungsbedingungen

Mit Blick auf das Ziel, die Beuth Hochschule zu einer geschlechtergerechten Organisation zu entwickeln, arbeitet das BCP geförderte Projekt „Place to be-Strategie“/Geschlechtergerechte Berufungs­bedingungen daran, Fachkulturen für Frauen weiter zu öffnen, sowie langfristige fachspezifische Berufungsstrategien zur Gewinnung von MINT-Professorinnen zu planen.

 

Online-Befragung Hochschullehrender

Eine Online-Befragung vom Gender- und Technik-Zentrum und dem Referat Qualitätsmanagement ist der Frage nach der Attraktivität einer Professur nachgegangen. Von 304 Professorinnen und Professoren haben 96 den Onlinefragebogen ausgefüllt, was einer guten Rücklaufquote von 32% entspricht. Darunter waren 21 Professorinnen und 67 Professoren – einige gaben kein Geschlecht an. Die Befragung gibt erste Hinweise auf Attraktivitätsmerkmale und welche Einschätzungen von Professorinnen und Professoren sich unterscheiden. 

Analyse, die auch eine Auswertung der freien Kommentare beinhaltet:
Ergebnisbericht zur Umfrage „Beuth Hochschule – A Place to be?!“ 

Hier nochmal der Fragebogen zum Nachlesen:
Organisationsklima-Analyse, durchgeführt vom 26.06. bis 13.07.2017

Die EvaSys-Auswertung ist unter folgendem Link zu finden:
Detaillierte Ergebnisse

Kurz zusammengefasst:

Generell gilt, dass Professorinnen und Professoren sich bis auf wenige Ausnahmen einig sind. Mehr als drei Viertel aller Befragten schätzen vor allem sinnstiftende Aspekte ihrer Tätigkeit wie ihr Wissen an junge Menschen weiterzugeben sowie die hohen Gestaltungsspielräume. Auch das soziale Klima wird geschlechterübergreifend positiv bewertet: Die Mehrheit der Befragten fühlt sich von ihren Vorgesetzten, von Studierenden oder Kolleginnen und Kollegen respektvoll behandelt und in ihrem Fachbereich sowie an der Hochschule gut integriert. 

Aber es gibt auch einige unerwartete geschlechterspezifische Unterschiede:

In der Rekrutierung zeigt sich z. B., dass etwas mehr Professoren (28 %) aktiv zur Bewerbung aufgefordert wurden als Professorinnen (24 %).

Hinsichtlich der Bewerbungsgründe gaben 57 % der Professorinnen, aber nur 28 % der Professoren an, aufgrund der Forschungsmöglichkeiten an die Beuth gekommen zu sein. Eine geschlechtsspezifische Auswertung der tatsächlichen Forschungsaktivitäten belegt, dass 48 % der Professorinnen, aber nur 29 % der Professoren forschungsaktiv sind.

Professorinnen arbeiten stärker in der akademischen Selbstverwaltung mit (95 %) als ihre Kollegen (82 %) und planen dies auch zukünftig zu tun (86 % zu 65 %). Für Professorinnen ist es zudem wichtiger, bei der Kinderbetreuung unterstützt zu werden.

Womit Lehrende beiden Geschlechts unzufrieden sind, zeigt dieses Ankerzitat: „Die Hochschule erscheint mir häufig wie eine vor allem mit sich selbst beschäftigte Verwaltungsbehörde, nicht wie eine auf Lehre und Forschung ausgerichtete Bildungsinstitution. Administrative […] Prozesse erfordern einen hohen Zeitaufwand.“

Generell sind die befragten Professorinnen und Professoren an der Beuth aber zufrieden, Professorinnen würden die Hochschule eher empfehlen als ihre männlichen Kollegen.

Also ein klares Ja, die Beuth Hochschule ist ein „Place to be“.

 

Kursformat für Berufungskommissionen

Das bereits erprobte Kursformat „Erfolgreich in Berufungskommissionen“ wird fortlaufend überarbeitet und weiterentwickelt. Dabei liegt der Schwerpunkt darauf, Gefahren eines Gender Bias in den verschiedenen Prozessschritten des Auswahlverfahrens zu konkretisieren. Die nächste Schulung findet Anfang des Sommersemesters 2019 unter dem Titel "Von der Talentsuche über die Ausschreibung zur rechtssicheren und erfolgreichen Berufung" statt  

www.beuth-hochschule.de/weiterbildungsseminare

 

Schulungsreihe für Bewerberinnen

Eine Schulungsreihe für Bewerberinnen wurde entworfen und durchgeführt. Der Pilot zum Thema „Auftritt im Bewerbungsgespräch“ wurde positiv evaluiert.  Der nächste Termin wird im Mai 2019 stattfinden.

www.beuth-hochschule.de/4058